Hier können Sie sich beschweren:

GastroSuisse, Beschwerdestelle Gästereklamation, Postfach, 8046 Zürich

Tel. 01/377 51 11, Fax 01/377 89 09

Der Gast meint:

Richtig ist:

Wer zu lange auf das Essen warten muss, kann das Lokal verlassen, ohne zu zahlen.

Das geht nur, wenn die Kellnerin zusichert, das Essen werde fix serviert, so dass man noch rechtzeitig im Kino sei. Ansonsten muss eine angemessene Nachfrist angesetzt werden.

Es ist Wirtepflicht, ein Glas Wasser kostenlos abzugeben.

Diese Pflicht besteht in den meisten Kantonen nicht mehr. Gastfreundliche Wirte halten dennoch an dieser alten Sitte fest.

Wer ungehört dreimal «Zahlen, bitte» ruft, darf das Lokal ungestraft verlassen.

Wer das tut, begeht Zechprellerei. Nötig ist die Hinterlegung der Adresse und der Hinweis, man werde später zahlen.

Für gestohlene Kleidungsstücke des Gastes haftet der Wirt trotz dem Hinweis «Für die Garderobe wird nicht gehaftet».

Diese strenge Haftung gilt lediglich für den Beherbergungsvertrag, nicht aber für den reinen Bewirtungsvertrag über Speis und Trank. Hier haftet der Wirt als Aufbewahrer nur, wenn er den Mantel entgegennimmt und zu verstehen gibt, er verwahre ihn an einem sicheren Ort.

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War das Essen schlecht, muss nicht bezahlt werden.

Einzig wenn das Essen sofort beanstandet wird, besteht keine Zahlungspflicht. Wer lustlos die Fleischhäppchen aus der zu kalten Suppe pickt, akzeptiert den «Schlangenfrass» und muss ihn auch bezahlen.

Geht bei der Bedienung etwas schief, besteht Anspruch auf einen Kaffee oder Grappa.

Diese gastfreundliche Geste ist rechtlich nicht fixiert. Deshalb wird sie erst recht geschätzt!

Bei einem mehrteiligen Menü berechtigt eine Schnecke im Salat zur Rückgabe des ganzen Essens.

Nur der Salat muss kostenlos ersetzt werden.

Ist das Hauptgericht makellos, muss alles, was bis zur Entdeckung der Schnecke verspeist wurde, bezahlt werden.

Die Reservierung eines Tischs für ein Diner kann ohne weiteres zurückgenommen werden.

Die Tischreservierung ist eine verbindliche Erklärung, man verbringe den Abend essend im Lokal. Theoretisch könnte der Wirt Schadenersatz verlangen. Doch muss er den Schaden abwenden, indem er den Tisch nach Möglichkeit weitervergibt.

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Wer aufgrund der Glacekarte bestellt, darf ein Dessert erwarten, wie es die Foto auf der Karte zeigt.

Mit der Foto eines Desserts ist lediglich ein bestimmter Typ gemeint. Der servierte Coupe muss nicht identisch sein, sondern die wesentlichen Merkmale aufweisen, zum Beispiel die gezeigte Anzahl Glacekugeln, Rahm oder Früchte.