Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung will Leute, die ungesund leben, indirekt bestrafen. «Soll das Gesundheitsverhalten, also ob man höhere oder tiefere Krankheitskosten verursacht, einen Einfluss auf die Krankenkassenprämien haben?» Das fragte das Institut Konso im Auftrag des Beobachters 700 Schweizerinnen und Schweizer über 18 Jahre in der Deutsch- und der Westschweiz. Die Umfrage von Anfang August ist repräsentativ.

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58 Prozent der Schweizer sind dagegen, dass alle gleich viel Prämie bezahlen.

Welche Risikogruppen sollen vermehrt zur Kasse gebeten werden? Die Beobachter-Umfrage ergab ein differenziertes Bild:

LegendeJa Nein



Sollten Leute, die Heroin oder Kokain konsumieren, höhere Krankenkassenprämien bezahlen?

86,8% 13,2%



Sollten Leute, die mehr als 20 Zigaretten pro Tag rauchen, höhere Krankenkassenprämien bezahlen?

80,5% 19,5%



Sollten Leute, die regelmässig kiffen, also Haschzigaretten rauchen, höhere Krankenkassenprämien bezahlen?

77,6% 22,4%



Sollten Leute, die täglich drei Stangen, das heisst neun Deziliter oder mehr Bier trinken, höhere Krankenkassenprämien bezahlen?

56,9% 43,1%



Sollten Leute, die stark übergewichtig sind, höhere Krankenkassenprämien bezahlen?

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53,7% 46,3%



Sollten Leute, die mehr als zehn Mal im Jahr zum Arzt gehen, höhere Krankenkassenprämien bezahlen?

48,4% 51,6%



Sollten Leute, die gelegentlich Zigaretten rauchen, höhere Krankenkassenprämien bezahlen?

29,4% 70,6%



Sollten Leute, die täglich drei Deziliter Wein trinken, höhere Krankenkassenprämien bezahlen?

25,8% 74,2%



Sollten Mütter, die abtreiben lassen, höhere Krankenkassenprämien bezahlen?

18,5% 81,5%



Sollten Leute, die mehr als 50 Stunden pro Woche arbeiten, höhere Krankenkassenprämien bezahlen?

17,3% 82,7%


100 Prozent entsprechen den 58 Prozent Befürwortern (siehe Kuchendiagramm zuoberst)


Weitere Infos

Die Umfrage-Ergebnisse im Detail (PDF, 80 kb)