Solange abhängige Menschen sich ihre Sucht nicht eingestehen müssen oder können, ist Veränderung nicht möglich. Deshalb gilt im Zusammenleben mit ihnen: Ein Süchtiger darf nicht darin unterstützt werden, sich vorzumachen, dass er im Alltag noch zurechtkommt, wenn das nicht mehr der Fall ist. Also keine Entschuldigungen am Arbeitsplatz oder bei Freunden. Keine Übernahme von Schulden oder Aufgaben Ihres Partners.



Konzentrieren Sie sich auf sich selber, auf Ihre Interessen und nicht auf den Suchtmittelkonsum Ihres Partners.



Vermeiden Sie Abmachungen, die bedingen, dass Sie den Suchtmittelkonsum Ihres Partners kontrollieren.



Vorwürfe produzieren Gegenwehr oder sogar Hassgefühle und nützen gar nichts.



Trauen Sie sich, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sprechen Sie in einer Selbsthilfegruppe oder bei der Suchtberatung offen über ihre Sorgen. Das ist kein Verrat, sondern gibt Ihnen Klarheit.



Sucht ist keine Entschuldigung für Grenzüberschreitungen. Legen Sie klar fest, was Sie akzeptieren können (oder wollen) und was nicht. Bleiben Sie bei Grenzüberschreitungen konsequent.



Machen Sie sich nichts vor. Die Sucht Ihres Partners ist keine Krise, die von selbst wieder verschwindet: neun von zehn Abhängige schaffen den Ausstieg nur mit fachlicher Unterstützung.
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