Fussball-WM im Beobachter? In Sachen Sport sind die doch Amateure, mögen Sie denken. Stimmt - aber legen Sie unser mitgeliefertes WM-Extra nicht gleich zur Seite! Amateur bedeutet Liebhaber, und einige solcher Fans gibt es auch in unserer Redaktion. Sie haben dafür gesorgt, dass Sie eine WM-Beilage der etwas anderen Art erhalten: keine Kicker-Porträts, kein Spielplan, keine Fachsimpeleien, sondern Unterhaltsames und Nützliches - da sind wir Profis - rund um das sich ausbreitende Fussballfieber und seine Folgen. Lassen Sie sich überraschen.

Wie gross ist die Chance der Schweizer Nationalmannschaft, Weltmeister zu werden? Auch das erfahren Sie in diesem Beobachter, und zwar in gewohnter Seriosität. Für unsere Titelstory über Sportwetten (siehe Artikel zum Thema «Sportwetten: Eins zu null fürs Wettbüro») hat Thomas Angeli mit einem Mathematiker gesprochen, der auch die Wahrscheinlichkeit eines Schweizer Titelgewinns berechnet hat. Denn genau darum, um statistische Wahrscheinlichkeiten, geht es beim Wetten - ein Punkt, den viele übersehen. Sie geben sich der Illusion hin, als Fussballexperte letztlich kompetenter zu sein als die Buchmacher und deren Berechnungen; auch deshalb haben sich Sportwetten im Internet zum Milliardengeschäft entwickelt. Und während der WM in den nächsten Wochen werden die Zahl der selbst ernannten Experten und die Umsätze der Anbieter deutlich steigen.

Das Wettgeschäft ist ein ungleicher Kampf: auf der einen Seite die Fans, die sich bemühen zu wetten, ohne sich zu sehr von Emotionen leiten zu lassen. Auf der anderen coole Buchmacher, die das Verhalten ihrer Wettgegner gezielt manipulieren. Auf der einen Seite der Kunde, der stets seinen gesamten Einsatz riskiert, auf der anderen der Anbieter, der eine Mischkalkulation vornehmen kann. Wie das funktioniert, berichtet Daniel Benz, der Online-Buchmacher während eines Fussballmatches beobachtet hat. Selbstverständlich wissen die Wettprofis, auf welchem Kanal sie die «live» übertragene Partie mit einigen Sekunden Vorsprung sehen können - und schlagen daraus Profit. Fazit: von Chancengleichheit keine Spur. Profis gegen Amateure halt.

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