Ein ganz passabel isoliertes Holzhaus, eine Erdsondenheizung, maximal 20 Grad Raumtemperatur, Elektrogeräte mit Energieeffizienz Klasse A, kein ­Auto: Das sollte eigentlich reichen, um als einigermassen umweltfreundlicher Zeitgenosse dazustehen. Dachte ich. Der Internet-Energierechner ECO2 (siehe Artikel zum Thema «ECO2-Selbsttest: Wie viel Energie verbrauchen Sie?») belehrte mich rasch eines Besseren: Mein Energieverbrauch liegt zwar mit 4'700 Watt pro Jahr unter dem Schweizer Durchschnitt von rund 6'300 Watt, ist aber weit vom Zielwert entfernt, den ETH-Forscher unter dem Stichwort 2'000-Watt-Gesellschaft propagieren.

Dass die 2'000-Watt-Gesellschaft dennoch keine Illusion ist, zeigt mein Kollege Thomas Buomberger in der Titelgeschichte (siehe Artikel zum Thema «Energieverbrauch: Gegen den Strom»). Er hat in Winterthur eine Familie getroffen, die 5'200 Watt pro Jahr verbraucht - für vier Personen. Da bleibt für uns «normale» Energieverbraucher noch viel zu tun. Das Erfreuliche daran: Es ist machbar. Und es gibt einen nicht zu unterschätzenden Anreiz: Wer bei seinem Energieverbrauch spart, merkt das auch im Portemonnaie - auf der Haben-Seite, versteht sich.


Präzisierung

In diesem Editorial und im besagten Artikel ist die Rede von der 2'000-Watt-Gesellschaft. Dieser Begriff hat einige Verwirrung gestiftet - etliche Leser meinten, es handle sich um einen Druckfehler. Hier also, was damit gemeint ist: 2'000 Watt bedeutet die mittlere Leistung pro Person und Stunde, alles inbegriffen – Verkehr, Nahrung, Kleider, Bauen und so weiter. Diese 2'000 Watt sind mit der Anzahl Stunden pro Jahr, also 8'760, zu multiplizieren. Der so erhaltene Energieverbrauch von 17'520 Kilowattstunden pro Jahr entspricht einem Verbrauch von etwa 1'700 Liter Heizöl oder Benzin pro Jahr.

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