Für die meisten Leute ist es wahrscheinlich die langweiligste Website im virtuellen Universum, für einige wenige allerdings die intelligenteste: www.entschleunigung.de. Wer sie aufruft, liest einzig den folgenden Satz: «Langsam, langsam, die Inhalte dieser Seite müssen erst noch erstellt werden.» Dass dies geschieht, ist allerdings auszuschliessen – der Inhalt ist seit Jahren unverändert.

Eben noch zelebrierten Trendforscher die Simultangesellschaft – Auto fahren, essen und telefonieren zugleich, um ein 36-Stunden-Programm in einem Tag unterbringen zu können. Jetzt sehen sie Anzeichen für einen Gegentrend: cool down. Oder in unsere Alltagssprache übersetzt: Heute schon getrödelt?

Je nach Quelle umfasst die Gruppe der Entstressten bereits 15 bis 25 Prozent. Da sind zum Beispiel die Slobbies, die «slower but better working people» – Leute also, die langsamer, aber effektiver arbeiten, die erst denken und dann handeln. Oder die Limers («less income – more excitement»), die ein Maximum an Lebensqualität statt Verdienst anstreben.

Auch dieses Beobachter-Extra will zu mehr Lebensqualität beitragen. Indem Sie erfahren, wie die nächste Grillparty garantiert gelingt. Oder welcher Sommerdrink Sie bei Laune hält und erst noch sättigt. Oder wie Sie Stress vermeiden beim Kauf von Heimelektronik. Selbst Jugendliche scheinen dem Antistress-Trend nicht abgeneigt zu sein – und lassen es zumindest in der Sexualität etwas ruhiger angehen.

Also, lernen Sie zu trödeln. Ihre Lebensqualität kann nur profitieren. Vor allem, wenn der Sommer so heiss werden sollte wie der letzte.

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