Was machen bei Grossanlässen wie den Olympischen Spielen oder der Fussball-EM eigentlich all die Funktionäre? Sind sie unverzichtbare Wegbereiter des sportlichen Erfolgs? Oder reist ein beträchtlicher Teil des Trosses von Offiziellen und Halboffiziellen nur deshalb mit, weil sie das olympische Motto «Dabei sein ist alles» verinnerlicht haben?

Bei der Fussball-EM im Juni konnten selbst Sportmuffel die Berichte über den Auftritt der Schweizer Kicker kaum noch ignorieren – hatten doch die Funktionäre alles getan, um der Spuckattacke eines Spielers maximale Publizität zu verschaffen. Was sonst die Entgleisung eines Einzelnen geblieben wäre, entwickelte sich unter dem Zutun der überforderten Offiziellen zur nationalen Blamage. Die Pleite in Portugal ist symptomatisch. Während die meisten Sportarten längst zum harten Business mit hoch bezahlten Profis geworden sind, hält sich in den Verbänden ein geradezu rührender Amateurgeist. Funktionäre sind in erster Linie Fans. Ob das aber schon Qualifikation genug ist, um über Millionenbudgets zu entscheiden, strategisch zu planen oder in Krisensituationen überzeugend zu kommunizieren, ist mehr als fraglich. In unserer Titelstory haben Thomas Angeli und Urs von Tobel das Wirken der Funktionäre genauer betrachtet und sind zu ernüchternden Befunden gekommen (siehe Artikel zum Thema «Funktionäre: Im Schweizer Sport ist etwas foul»). Ex-Sportminister Adolf Ogi bringt es auf den Punkt: Profisport kann nicht von Amateuren geführt werden.

Mangelnde Professionalität herrscht auch beim Thema Einbürgerung. Zwar definiert der Bund die Mindestvoraussetzungen, doch darüber hinaus haben Kantone und Gemeinden ein Wirrwarr von Verfahren und Voraussetzungen geschaffen. Beat Grossrieder beschreibt, wie unterschiedlich junge Secondos behandelt werden, die in der Schweiz nicht nur dabei sein, sondern auch Staatsbürger werden wollen (siehe Artikel zum Thema «Einbürgerung: Ausländer jein»). Bei der Vergabe des roten Passes fliesse viel Subjektives ein, bekennt die Präsidentin einer Einbürgerungskommission. Man kann es auch deutlicher sagen: Das Ganze erinnert zuweilen eher an eine Lotterie als an ein rechtsstaatliches Verfahren.

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