Was vereint den Beobachter mit Coca-Cola, Greenpeace oder Porsche? Die Schweizerinnen und Schweizer billigen all diesen Marken zu, dass sie eine führende Rolle spielen. Was hat der Beobachter mit dem Roten Kreuz, der Migros oder der Bio-Knospe gemeinsam? Alle vier belegen Spitzenplätze unter den sozial engagierten Marken.

Über tausend Brands von Toblerone über Swatch bis zur «NZZ» wurden in der Deutsch- und Westschweiz in einem zweistufigen Verfahren mit persönlichen Interviews und schriftlichen Fragebögen ausgetestet (1500 Befragungen). Advico Young & Rubicam, die diese Markenstudie durchführte, bezeichnet die Beobachter-Werte schlicht als «sensationell». Sonja Hürlimann von Advico Young & Rubicam: «Sie können lange suchen, bis Sie in der Rangliste die nächste Zeitung oder Zeitschrift finden.»

«Sozial engagiert», «führend»: Der Beobachter freut sich über solche Beurteilungen. Sie sind nicht nur das Verdienst der Zeitschrift, sondern auch das Resultat eines breiten Engagements in der Beratung und Direkthilfe (SOS Beobachter) oder mit dem Prix Courage. Das alles hat den Beobachter zur «Marke» gemacht. Doch im Gegensatz zu vielen Konsumprodukten passt sich diese Marke nicht laufend dem Publikumsgeschmack an: Der Beobachter nimmt oft unbequeme Positionen ein, übt Kritik, eckt an.

Was verbindet den Beobachter mit der Credit Suisse, PricewaterhouseCoopers oder dem Discounter Denner? Über sie alle (und einige mehr) berichten wir in dieser Nummer. Nachdem wir die Credit Suisse in der letzten Ausgabe für ihren kundenfreundlichen Hypothekenservice gelobt hatten, gibts diesmal Tadel für fehlendes Fingerspitzengefühl beim Datenschutz (siehe Artikel zum Thema «Fragwürdige Ausfragerei»). PricewaterhouseCoopers muss sich bohrende Fragen zu masslosen Rechnungen gefallen lassen auch wenn sie diese nicht beantworten will (siehe Artikel zum Thema «Kalte Enteignung»). Denner und viele andere Arbeitgeber liefern in unserer Titelgeschichte Beispiele, wie man selbst in schwierigen Zeiten nicht mit seinen Arbeitnehmern umspringen darf (siehe Artikel zum Thema «Chefs am Drücker»).

Bestimmt wird der Beobachter auch mit dieser Nummer nicht nur Wohlgefallen auslösen. Doch faire Kritik ist der erste Schritt zur Verbesserung. Und wenn die nächste Markenstudie durchgeführt wird, kommen Credit Suisse, PricewaterhouseCoopers und Denner vielleicht wieder zu einem gemeinsamen Auftritt: in der Gruppe der angesehensten Marken.