Zugegeben: Es wäre übertrieben zu behaupten, die Schweiz sei ein einig Volk von Heimwerkerinnen und Heimwerkern. Zu tief ist die Quote eigener Heime, zu hoch der Anteil an Mieterinnen und Mietern. Und wenn einem die Wohnung nicht selbst gehört, sind dem Tatendrang enge Grenzen gesetzt. Denn ohne schriftliches Einverständnis der Besitzer heisst es Finger weg vom Umbau der gemieteten Bleibe!

Dennoch ist die Journalistin Katja Rauch auf ihrer Suche nach Heimwerkerinnen und Heimwerkern rasch fündig geworden. Sie stiess auf eine Gruppe Männer und Frauen, die sich jede Woche in einem Maurerkurs treffen. Dort lernen sie, wie man den besten Mörtel anmacht und worin sich die Hamburger- von der Schweizerkelle unterscheidet (siehe Artikel zum Thema «Heimwerken: Aus dem Handgelenk»).

Während im Erwerbsleben das Handwerk immer stärker zurückgedrängt wird, erleben viele Kursteilnehmer das Heimwerken als einen Ausgleich zu ihrer zunehmend kopflastigen täglichen Arbeit. Doch am Ende muss auch das Ergebnis stimmen. Nicht perfekt muss es sein, sondern individuell: Denn je funktioneller die eigenen vier Wände, je genormter die Wohnung, je anonymer die Siedlung, desto grösser der Wunsch, eine eigene Duftmarke zu setzen. Schliesslich soll das traute Heim nicht nur vor Wind und Wetter schützen, sondern auch Nestwärme ausstrahlen.

Doch bevor Sie sich jetzt in Ihre Latzhosen stürzen und den Werkzeugkasten aus dem Keller zerren, nehmen Sie erst einmal das Heft zur Hand und lassen Sie sich inspirieren. Denn gut geplant ist halb gehämmert.

Quelle: Archiv