Vier Jahre Gefängnis. So viel kassierte der Bauunternehmer Kemal Uz diesen Herbst. Ein von ihm erbautes Hochhaus in der Türkei war wegen massiver Baumängel zusammengekracht. Bilanz: 20 Tote. Auch in Taiwan hätten wohl Hunderte von Menschen das letztjährige Erdbeben überlebt, wenn in den Stützpfeilern der Hochhäuser Beton drin gewesen wäre. In den Pfeilern steckten aber Plastikflaschen, Zeitungspapier und Blechkanister aus Kostengründen.

In der Schweiz sind die Folgen von Pfusch am Bau glücklicherweise selten so dramatisch. Aber murksen, stümpern, wursteln, schludern und sudeln das können auch unsere Handwerker hervorragend. Die gute Nachricht zuerst: In der Mehrzahl der Fälle klappt alles bestens. Die vermeidbaren Bauschäden machen nämlich, so zeigen Untersuchungen, nur etwa zwei Prozent der gesamten Bausumme aus. Und jetzt die schlechte Nachricht: Diese zwei Prozent Pfusch kosten uns jährlich gegen 800 Millionen Franken.

Am häufigsten gehts schief, wenn Handwerker an Aussenwänden und Dächern herumdoktern. Gemäss einer «Hitliste» der Eidgenössischen Materialprüfungsstelle Empa sorgen nur schon die Arbeiten an diesen beiden Teilen für fast 60 Prozent aller Bauschäden. Wer möglichst wenig Scherereien will, liest also unsere Titelgeschichte ab Seite 26. Und freut sich, wenn die eigenen Erfahrungen mit Handwerkern besser sind als in den beschriebenen Fällen.

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An dieser Stelle noch ein kleiner Trost für alle Leidgeprüften: Schludernde Handwerker sind absolut kein neues Phänomen. Als die Mauern der Solothurner Schlossruine Neu-Thierstein 1997 völlig unerwartet einstürzten, suchten die Fachleute natürlich nach der Ursache. Und wurden fündig: Die Handwerker hatten beim Mauerbau miesen Mörtel verwendet und das bereits im 13. Jahrhundert!

Themenwechsel. Zwei weitere Artikel dieser Nummer empfehle ich Ihnen ganz besonders. Wer beruflich weiterkommen will, der braucht PC-Kenntnisse. Wie gut sind entsprechende Kurse? Was kosten sie, und worauf ist bei der Wahl der Schule zu achten? Auf alle diese Fragen gibt es eine Antwort in unserem Artikel.

Schön, wenn man wie Claude Vorhilon alias «Rael» schon alle Antworten kennt. Aber das ist bei Propheten nun mal so üblich. Schliesslich hat ihn ein echtes grünes Männchen erleuchtet. Und wenn Rael nicht gerade in fliegenden Untertassen unterwegs ist oder Autorennen fährt, redet er gern über das ewige Leben und seine Nachtessen mit Buddha, Moses und Jesus. Alles Weitere lesen Sie im neuen Beobachter. Eines ist sicher: Wer die Reportage über den grossen Raelisten-Kongress liest, staunt Bauklötze. Darauf geben wir eine Werkgarantie.

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