Sie kennen das – wittert jemand einen Skandal, heisst es schnell einmal: «Ein Fall für den Beobachter.» Nicht immer ist die Sache allerdings wirklich so klar. Das Geschäft jedoch, von dem Thomas Grether in diesem Heft berichtet, ist eindeutig ein solcher Fall. Es geht um ein Gas, das bei Säuglingen lebensrettend sein kann und das sich ein Konzern als Medikament patentieren liess. Jetzt drohen die Behandlungskosten zu explodieren. Ärzte warnen, dass sie dann ihre Therapien einschränken müssten – mit womöglich fatalen Folgen (siehe Artikel zum Thema «Medikament: Preistreiberei auf Kosten von Menschenleben»).

Auch Konsumententhemen sind stets ein Fall für den Beobachter. In dieser Ausgabe befassen wir uns mit den Schweizer Zahnärzten, die bisher deutlich höhere Preise verlangen konnten als ihre Kollegen im Rest Europas. Nun gerät die Branche unter Druck, denn ab 1. Juni dürfen EU-Zahnärzte hierzulande uneingeschränkt praktizieren. Christoph Schilling zeigt, was das für uns Patienten bringt (siehe Artikel zum Thema «Zahnmedizin: Konkurrenz aus der EU zeigt Zähne»).

Dass der Beobachter auch für hartnäckiges Recherchieren steht, zeigt der Artikel von Thomas Angeli und Daniel Benz. Die beiden Fussballfans wollten wissen, warum Hooligans regelmässig in eine gewalttätige dritte Halbzeit gehen. Die Kontaktaufnahme war umständlich, das Misstrauen der Hooligans anfangs gross. Doch am Ende ist eine Reportage entstanden, die beunruhigende Einblicke in ein abgeschottetes Milieu gibt (siehe Artikel zum Thema «Hooligans: Der Kick nach dem Kicken»).

Rechtsprobleme des Alltags sind permanent ein Fall für das Beobachter-Beratungsteam. Wie gefragt es ist, zeigt die weiterhin sehr hohe Zahl der Anfragen. Toni Wirz und Karin von Flüe beschreiben die Dienstleistungen des Beratungszentrums und sagen, was es leisten kann – und was nicht (siehe Artikel zum Thema «Beratungszentrum: Gutes Rating für Berater»).

Zum Schluss ein erfreuliches Ereignis: Letzten Sonntag haben die Schweizerische Vereinigung der Jugendpresse und der Beobachter den Jugendpressepreis 2004 verliehen. Esther Schneider, die Gewinnerin der «Goldenen Feder», berichtet in ihrem Text vom Alltag einer Erwerbslosen – auch dies ein Fall für den Beobachter (siehe Artikel zum Thema «Goldene Feder: Arbeitslosigkeit hat ihren Preis»).

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