Handeln ist besser als wegschauen – gerade bei einem heiklen Thema wie dem sexuellen Missbrauch von Kindern. Lange tabu, ist heute die Bereitschaft einzugreifen gewachsen. Doch manchmal führt genau dies zum Fiasko: Ueli Zindel und Urs von Tobel berichten von zwei Menschen, bei denen eine solche Einmischung nachhaltig Schaden angerichtet hat (siehe Artikel zum Thema «Kindsmissbrauch: Ein schrecklicher Verdacht»). Im ersten Fall wurde eine besorgte Grossmutter, die die Behörden eingeschaltet hatte, wegen übler Nachrede verurteilt; im zweiten geriet ein zu Unrecht beschuldigter Vater seelisch unter die Räder.

Nachhaltige Folgen kann auch die Sorglosigkeit von ehrenamtlichen Vereinsvorständen haben. Martin Müller schildert die Nöte der Vizepräsidentin eines Vereins, der eine Kinderkrippe betrieb (siehe Artikel zum Thema «Vereine: Teures Ehrenämtli»). Da der Präsident für die Beschäftigten jahrelang keine AHV-Beiträge überwiesen hatte, soll die Stellvertreterin nun rund 100'000 Franken nachzahlen. Obwohl sie persönlich kein Verschulden trifft, haftet sie solidarisch – eine Regelung, deren Risiken längst nicht allen Vereinsvorständen bekannt sind.

Wie pubertäres Verhalten aussieht, ist jedem klar. Kontrovers ist eher, wie Erwachsene reagieren sollen: mit mehr Konsequenz oder mehr Verständnis? Neue Erkenntnisse der Neuropsychologie, über die Birthe Homann und Daniel Benz in unserer Titelstory berichten (siehe Artikel zum Thema «Pubertät: Denn sie wissen nicht, was sie tun»), liefern überraschende Argumente. Denn der Teil des Gehirns, der Disziplin, Aufmerksamkeit, Motivation oder Urteilsvermögen steuert, ist in der Pubertät noch gar nicht voll entwickelt. Können Teenies also nichts dafür, wenn sie nerven? Was kann Erziehung überhaupt ausrichten? Und müsste das Schulsystem grundlegend überdacht werden, wie ein Forscher fordert? Für Gesprächsstoff dürfte nachhaltig gesorgt sein.

Reichlich Lesestoff hat Edith Lier letztes Jahr von Hilfsorganisationen erhalten – sie bekam 135 Spendenaufrufe (siehe Artikel zum Thema «Spenden: Geben ist mühseliger als nehmen»). Wie trifft man da die richtige Wahl? Liers Fazit: Sie spende künftig gezielter – oder auf der Strasse. Da hinterlässt man wenigstens keine Adresse. Und vermeidet nachhaltige Folgen in Form einer Flut von Bettelbriefen.

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