Ausgelernt und dann direkt ins Aus? Für viele Lehrlinge präsentieren sich die Zukunftsperspektiven wenig verheissungsvoll. Wer einen Ausbildungsplatz ergattert hat, fragt sich, was nach der Lehre kommt wo doch keine Woche vergeht ohne Meldungen über Stellenabbau und Betriebsschliessungen. Und etliche Jugendliche, die ihren Abschluss bereits in der Tasche haben, sind inzwischen von der Jobsuche ernüchtert, wie unsere Titelstory zeigt («Vor die Tür gesetzt», siehe «Artikel zum Thema»). Dutzende erfolgloser Bewerbungsschreiben, 100 Kandidaten für eine Stelle immer wieder hört man solche Zahlen. Was für Ältere déjà vu sein mag, erleben die betroffenen Lehrlinge als besonders bitter. Gerade ins Berufsleben eingestiegen und dann: durchhängen statt durchstarten.

Gewiss, verglichen mit Ländern wie Frankreich ist hierzulande die Jugendarbeitslosigkeit weniger dramatisch; Frust und Perspektivlosigkeit entladen sich nicht in Vorstadtkrawallen. Trotzdem sollten wir die steigende Zahl jugendlicher Arbeitsloser ernst nehmen gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital der Schweizer Wirtschaft. Eine Gesellschaft, die ihrer Jugend keine ausreichenden beruflichen Aussichten bieten kann, zerstört ihre eigenen Perspektiven.

Um die Aussicht auf ein Leben im familiären Umfeld geht es in unserem Artikel über die Waisen vom Wangelenrain («Jäh zerplatzte Hoffnungen», siehe «Artikel zum Thema»). Nachdem die Kinder aus Kirchberg BE in einem Familiendrama ihre Eltern verloren hatten und bei Verwandten untergekommen waren, wurden sie auf Weisung der Behörden ins Heim gesteckt. Edith Lier beschreibt den unermüdlichen Kampf von Angehörigen, Nachbarn und Freunden um die Rückkehr der Geschwister in die Familie.

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