Sparen ist populär. Das weiss auch der Bundesrat. Doch wenn er sich bei seinem Leistungsabbau auf das Volk beruft, sollte er genau hinhören. Seit Jahren zeigen Meinungsumfragen und Volksabstimmungen, dass Sozialwerke, Bildungswesen und öffentlicher Verkehr nicht zu den vom Volk anvisierten Sparobjekten gehören.

Sparübungen werden zuerst in aller Stille ausgebrütet. Doch einmal mehr ist die Doppeltür zum Bundesratszimmer undicht: Die «Sonntags-Zeitung» hat Details zum «Entlastungsprogramm 04» veröffentlicht. Deshalb wissen wir: Zuoberst auf der bundesrätlichen Sparliste stehen Regionalverkehr, Bildung, Sozialversicherungen. Es wird der Regierung schwer fallen, dies als Vollzug eines Volksauftrags zu rechtfertigen.

Der Beobachter behauptet nicht, dass sich bei Dutzenden von Subventions-Milliarden nicht sparen liesse. Im Gegenteil: Er liefert konkrete Beispiele (siehe Artikel zum Thema «Subventionen: Milliardenteures Patt»). Mehr noch: Bernhard Raos und Christoph Schilling zeigen, wie im Geldverschleudern nach wie vor Allianzen möglich sind. Und wie mit neuen Subventionen die alten Subventionsauswüchse korrigiert werden.

Ein Blick auf die aktuelle Sparübung des Bundesrats macht wenig Hoffnung, dass dieser Irrsinn gestoppt wird. Im Departement Deiss etwa wird lieber bei Fachhochschulen als bei den zum Teil grotesken Landwirtschaftssubventionen gespart. So werden denn die staatlich geförderten Schafe freudig weiterblöken – und die letzten Alpen kahl fressen. Und was den Bündnern die Schafe, sind den Wallisern die Trauben oder den Innerschweizern die Schweine. Bei den Subventionen herrscht über alle Parteigrenzen hinweg regionalpolitischer Egoismus. Nationalbewusstsein und Solidarität zelebrieren wir dann wieder am 1. August.

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