Sind Sie schon Millionär geworden? Haben Sie Ihr Herzblatt gefunden? Sind Sie Ihre Alltagssorgen endlich los? Wir träumen uns noch zu Tode in dieser schönen neuen TV-Welt. «Big Brother» hier, «Robinson» da – fragt sich nur, auf welcher einsamen Insel der Inhalt steckt. Auf Atlantis?

Doch die gute Nachricht vorweg. Sie kommt von der Medienforschung, vom so genannten Medienradar. Neun von zehn Schweizerinnen und Schweizern schenken den Informationen des (öffentlich-rechtlichen) Radios nach wie vor Vertrauen, über drei Viertel glauben der Presse und immerhin knapp 70 Prozent dem (gebührenfinanzierten) Fernsehen. Auch wenn der Trend nach unten weist – kein Grund für Stossgebete zum Medienhimmel.

Den Kirchen vertraut knapp jeder Zweite, den Parteien noch gerade jeder Vierte.

Die schlechten News kommen aus den USA. Acht von zehn Befragten sind dort der Auffassung, dass sich Journalistinnen und Journalisten leicht manipulieren lassen – und besonders vernichtend ist das Urteil jener Leser, die über eigene Erfahrungen im Umgang mit Journalisten verfügen. Profitorientierung, Jagd nach Sensationen und rücksichtsloser Personenkult schaden dem Ruf der Medien. «Früher brauchte man Informationen, um ein Problem zu lösen», spottet der amerikanische Autor Neil Postman. «Jetzt sind die Informationen selbst zum Problem geworden.» Wo Infos nur Unterhaltung sind, wo Inhalt zum Begleitprodukt von Werbung verkommt, kann man lang nach Glaubwürdigkeit suchen.

Doch viele Medienkonsumenten sind offenbar anspruchsvoller, als manche Medienmacher glauben. Warum nur halten wir der «Tagesschau» auf SF 1 die Treue? Die – inzwischen eingestellte – News-Sendung von TV3 war doch gar nicht schlecht gemacht. Und warum behauptet sich ein Radio-Oldtimer wie das «Echo der Zeit» von Schweizer Radio DRS gegenüber aller Konkurrenz seitens der Privatradios? Sobald es nicht mehr nur um unsere Lust auf Unterhaltung geht, sondern um unseren Bedarf an Information, suchen wir verlässliche Adressen – im Gedruckten wie im Internet, im Fernsehen wie im Radio.

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Beobachter-Leserinnen und -Leser attestieren unserer Zeitschrift eine aussergewöhnlich hohe Vertrauenswürdigkeit. Das freut uns – und verpflichtet: zu Unabhängigkeit, Kompetenz und Sorgfalt; zu einem Beobachter, der zwar sachbezogen eine klare Haltung, aber keine vorgefasste Meinung hat; zu einem Journalismus, der auch bei heiklen Themen keine wichtigen Fakten ausblendet oder gerade biegt.

Dafür steht der Beobachter – und immer mehr Abonnentinnen und Abonnenten wissen das zu schätzen. Auf 333218 Exemplare hat die AG für Werbemedienforschung WEMF soeben die Beobachter-Auflage beglaubigt. Das sind erneut 648 mehr als im Vorjahr. Seit 1996 hat der Beobachter somit um rund 5500 Exemplare zugelegt. Auch Glaubwürdigkeit schafft Quote.