Technik, so verspricht die Werbung, macht das Leben einfacher. Schön wärs! Klar, es gibt Geräte, die viel Handarbeit ersparen; die Abwaschmaschine etwa würde ich durchaus als Fortschritt bezeichnen. Aber nehmen wir nur das Telefon, das mir mein Arbeitgeber zur Verfügung stellt. Nachdem ich mich wiederholt in irgendwelchen Untermenüs verheddert hatte, beschaffte ein freundlicher Techniker eine Bedienungsanleitung. Nun fehlt bloss die Musse, mich durch die 80 Seiten zu ackern, um endlich zu erfahren, was sich hinter «Lampenmeldungen von Direktruftasten verstehen» oder «Eintreten verhindern» verbirgt. Und wie ich die verheissungsvolle Funktion «Anrufe direkt zum Chef umschalten» aktiviere. Doch bis ich so weit bin, dass ich beim Fortschritt mitmachen kann, telefoniere ich halt etwas weniger raffiniert: abnehmen, wählen, sprechen, auflegen. Geht auch.

Überhaupt scheint die Herausforderung moderner Geräte darin zu bestehen, sie trotz allen Finessen sogar für ihren eigentlichen Zweck einsetzen zu können. Leicht ist das nicht: Viele Bedienungsanleitungen, etwa von Digitalkameras, sind bereits so kompliziert, dass eine Kurzversion für Ungeduldige mitgeliefert wird. Aber wahrscheinlich sind wir ja selbst schuld, wie Ursula Gabathuler und Martin Müller in unserer Titelstory (siehe Artikel zum Thema «Hightech: Warum einfach, wenns auch kompliziert geht?») vermuten. Wer kauft denn wirklich das simplere Gerät, wenn ein anderes fürs gleiche Geld noch mehr Funktionen bietet? Lieber sammeln wir so genannte Features, die wir nie brauchen.

Apropos Sammeleifer: Von diesem sind auch die Mitarbeiter des Landesmuseums in Affoltern am Albis beseelt. Dort lagern 40'000 Objekte, die den gesellschaftlichen Wandel in der Schweiz greifbar machen sollen. Ob Elisabeth Kopps Kleid, das sie bei der Vereidigung als Bundesrätin trug, elektrische Heizkissen oder bald auch Chris von Rohrs Kopftuch – der dokumentarische Anspruch des Landesmuseums ist ziemlich umfassend, wie Dominique Strebel bei seiner Reportage erfahren hat (siehe Artikel zum Thema «Landesmuseum: Jäger der verlorenen Schätze»). Auch das erste Natel ist vorhanden: Es diente – heute unvorstellbar – nur zum Telefonieren.

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