Früher dachte ich, wenn ich erwachsen bin, weiss ich sicher, was ich will. Aber auch mit über 30 ist dem leider nicht so. Journalistin ist zwar ein Traumjob, doch viel Zeit für anderes bleibt kaum. Dabei stünde doch im Winter – von Oktober bis Mai – das Boarden an erster Stelle meiner Interessen. Soll ich nicht doch besser auf Snowboardlehrerin umsteigen? Und Surfen im Sommer? Bringt das genug Geld zum Leben? Fragen über Fragen.

Da machen es einige deutlich Jüngere viel gescheiter als ich: Die beschliessen mit 20 oder noch früher, ihre eigene Firma aufzubauen. Und vor allem: Sie tun es wirklich. Conny Schmid erzählt die Geschichte von Jungunternehmern und Jungunternehmerinnen in ihrem Artikel «Ich bin der Boss» (siehe Artikel zum Thema). «Meine Jugend ist ein wenig verloren gegangen», sagt da Firmeninhaber Kimon Erni, 22. Aber er bedauert seinen Schritt keinesfalls. Muss er auch nicht: Er hat die Lehr- und Wanderjahre schon hinter sich.

Worauf man sich in der Lehrzeit einstellen muss und wie man mit der Hackordnung in der neuen Firma klarkommt, beschreibt Cordula Sanwald (siehe Artikel zum Thema « Hackordnung: Die letzte beissen die Hunde»). Die Autorin war «echt beeindruckt», wie locker und offen die Lehrlinge ihr gegenüber waren – aus deren vorgängigen Erzählungen hatte sie zweifelnde und schlecht gelaunte Jugendliche erwartet. Fast alle Befragten standen während der Lehre vor der Frage: Mache ich schlecht und recht weiter oder ändere ich etwas? Die Änderungen, sei es ein Gespräch mit dem Chef oder eine Anfrage beim Lehrlingsberater, haben allen geholfen. Manchmal muss man was anpacken und ansprechen, auch wenns unangenehm ist. Teste selbst (siehe Artikel zum Thema «Der Grosse Lehrlingstest: Noten für den Chef»), wie gut deine Lehre ist; vielleicht merkst auch du, dass du was ändern solltest.

Ich jedenfalls werde in mich gehen und diesen Winter eine kleine Auszeit nehmen. Ich werde nichts anderes tun als auf Berge hochklettern und mit dem Brett runtersausen. Versprochen.

Quelle: Archiv