Was haben wir im Beobachter doch über Probleme berichtet: Rentenklau, Arbeitslosigkeit, Sucht, Gewalt. Und jetzt dies: Die Schweizerinnen und Schweizer sind rekordverdächtig zufrieden! Das beweist eine exklusive Beobachter-Umfrage. Also alles halb so schlimm? Welche Statistik belügt uns: die über die Arbeitslosigkeit oder die über die Zufriedenheit?

Der Beobachter erfährt täglich gleich hundertfach die Sorgen und Nöte unserer Bevölkerung aus erster Hand – im Beratungszentrum oder bei unserem Hilfswerk SOS Beobachter. Es besteht kein Zweifel: Die Probleme sind echt, das Elend ist oft bedrückend. Aber: Wenn wir leiden, leiden wir in der Schweiz auf sehr hohem Niveau. Das ist – so paradox es klingt – Grund zur Zufriedenheit. Unser Sozialsystem verhindert den Sturz ins Bodenlose.

Arm sein ist ein schweres Los, wenn rundum alles im Luxus schwelgt. Es ist deshalb ein Skandal, wenn die Reichen Steuern sparen und dafür die Sozialhilfe abgebaut werden muss. Der Beobachter wird – trotz aller Zufriedenheit – immer wieder auf solche Missstände aufmerksam machen.

Der Schweizer Spezialfall besteht darin, dass wir uns reich und glücklich fühlen können (Siehe Artikel zum Thema: «Gesellschaft: Schöne Bescherung»). Das hat viel mit Sicherheit zu tun. Die Schweiz ist nicht nur ein Wirtschaftsstandort. Hier dürfen sich nicht die Tüchtigen allein austoben. Es braucht auch Schutz für die Schwachen.

Unsere Leserinnen und Leser bestärken uns in dieser Haltung. Der Spendenaufruf für SOS Beobachter hat schon in kurzer Zeit über eine halbe Million Franken eingebracht. Dahinter steckt wohl die Erkenntnis, dass wir alle nur zufrieden sein können, wenn auch die Benachteiligten Grund zur Zufriedenheit haben. Das macht uns Mut für das neue Jahr, und dafür bedanken wir uns herzlich bei Ihnen.

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