1. Januar 2000:

«Besser die Nacht durchtanzen als mit dem Partner streiten», stand im «Blick», und ich befolge den Ratschlag. Todmüde komme ich in den frühen Morgenstunden nach Hause und werde bereits von meiner wütenden Freundin erwartet. Es folgt ein Riesenkrach. Was hab ich bloss falsch gemacht?

4. Februar:

«Astrologin sagte die Flugzeugabstürze voraus», steht in grossen Lettern im «Blick». Die Starastrologin Monica Kissling hatte schon im November geschrieben: «Die Luftfahrt wird dem Uranus zugeordnet. Seine kritische Verbindung mit Saturn bedeutet, dass es in diesem Bereich grössere Probleme geben kann.» Leider kann ich dieses Jahr auch nicht in die Skiferien verreisen, weil die Lawinengefahr laut den Sternen ausgerechnet Ende Januar und Anfang Februar besonders gross ist.

15. Februar:

Der Pöstler bringt mir das Aufgebot für den Ikebana-Kurs. Ich habe mich für diesen Kurs angemeldet, ohne zu wissen, was das eigentlich ist. Ich setzte auf mein Jahreshoroskop, das mir geraten hatte: «Sie blühen richtig auf, wenn Sie einen Ikebana-Kurs belegen.» Ikebana, so erfuhr ich nun, ist eine traditionelle japanische Blumenbindekunst.

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17. Februar:

Ich wache mit fürchterlichen Kopfschmerzen auf. Aber nach all den Blumen musste ich noch andere Menschen sehen und hatte dabei viel Durst. Hätte ich doch nur besser auf das Waage-Horoskop gehört: «Im ersten Quartal stellen Suchtmittel, Alkohol und Drogen eine grössere Gefahr dar.» Schlimm ist das aber nicht, denn mein Horoskop weiss: «Wenn Sie unter Kopfschmerzen leiden, sollten Sie von Februar bis April an die frische Luft gehen.»

5. März:

«Auf eine einsame Insel wollen Sie?», fragt die verdutzte Reiseberaterin. «Ja», bestätige ich, «mein Horoskop sagt, ich solle jetzt auf eine Insel gehen. Aber sie muss wirklich einsam sein.» Die Tourismusfachfrau schaut mich nur entgeistert an.

13. März:

Weil für mich als Waage keine Billigtrips in Frage kommen und ich immer noch auf den in Aussicht gestellten Lottogewinn warte, muss ich meine Ferien wohl oder übel erneut verschieben.

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17. April:

Heute hätte eigentlich eine romantische Konstellation sein sollen, an der «die Hochzeitsglocken läuten». Leider hat mich meine Freundin gerade erst verlassen.

1. Juni:

«Beruflich lassen sich die meisten Pannen fast spielend ausbügeln.» Von wegen! Jetzt stehe ich auch noch ohne Job da. Dafür bin ich wenigstens nicht Opfer einer grossen Firmenfusion, wie mir das vorausgesagt worden ist.

30. Juni:

Eine neue Freundin ist nirgends in Sicht, und deshalb sind auch die «Höhepunkte im Juni» ausgeblieben. Doch für den Juli bin ich zuversichtlich, weil «von Kopf bis Fuss auf Liebe eingestellt».

5. September:

Die Herbstferien stehen vor der Tür, aber ich verreise nicht, denn der «absolute Topmonat» ist der Dezember.

30. November:

Als FC-Luzern-Fan war ich schockiert über die Prognose, dass Trainer Andy Egli den Klub spätestens im November verlassen werde. Doch Egli, Sternzeichen Stier, ist immer noch in Luzern. Dafür stand bei Adolf Ogi, Krebs, nichts von einem Rücktritt. Vielleicht wurden die beiden Horoskope verwechselt?

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19. Dezember:

Noch immer keine neue Freundin, kein Lottogewinn und kein fester Job fürs Jahr 2001. Doch noch besteht Hoffnung. Ich habe noch einige Tage Zeit, denn: «Wer im November/Dezember den Durchbruch nicht schafft, hat die Chance des Lebens verpasst.»

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