Die Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) wollten zwischen den Luzerner Gemeinden Langnau und Dagmersellen nahe der Autobahn A2 eine neue Freileitung durch Siedlungsgebiet führen. Dabei hätte der Abstand zu einem Wohnhaus in Dagmersellen bloss etwa zehn Meter betragen.

Dem widersetzten sich die Bewohnerinnen und Bewohner. Vorerst vergeblich: Ihre Einsprachen wurden vom Eidgenössischen Starkstrominspektorat abgelehnt. Doch das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation hiess als Rekursinstanz die Beschwerden gut. Der Weiterzug an den Bundesrat durch die CKW änderte nichts: Gestützt auf die Elektrosmogverordnung liess er die CKW abblitzen. Insbesondere stellte er fest, dass das CKW-Projekt die Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnhauses einer «relevant höheren Immissionsbelastung aussetzen» würde.

Damit kam erstmals die Verordnung über den Schutz vor nicht ionisierender Strahlung NIS zum Zug; sie ist am 1. Februar dieses Jahres in Kraft getreten. Die Verordnung soll Menschen vor Elektrosmog schützen, der etwa von Eisen- und Strassenbahnen, Stromleitungen, Mobil- oder Rundfunkanlagen ausgehen kann. Bestehende Anlagen, die der Verordnung nicht entsprechen, sind innerhalb festgelegter Fristen zu sanieren; neue müssen die verlangten Grenzwerte sofort einhalten.