Die Ökosysteme in den Meeren sind gefährdet, vielen Fischarten droht die Ausrottung. Da kann einem die Lust auf Fisch schon vergehen. Wie gut, dass es das 1997 gegründete und heute weitverbreitete Label MSC (Marine Stewardship Council) gibt: Es verspricht Fangmethoden, die Überfischung verhindern und die Meere schonen.

Doch die Sache hat einen Haken: Fischereien, die sich um das Label bemühen, erhalten es bereits, wenn sie noch gar nicht alle Auflagen erfüllen. Das wohl krasseste Beispiel ist die neuseeländische Hoki-Fischerei, deren Fänge auch von Coop und Volg verkauft werden. Der Bestand des Hoki, einer Seehechtart, ist stark zurückgegangen, in einigen Fischereigebieten gibt es 80 Prozent weniger als vor zehn Jahren.

Als die Hoki-Industrie 2001 das Label erhielt, musste sie sich verpflichten, einen Aktionsplan für den Erhalt der Bestände nachzuliefern. Er liegt bis heute nicht vor. Zwar wurden die Fangquoten gesenkt, doch werden weiterhin Grundschleppnetze eingesetzt - eine Methode, die Umweltorganisationen verdammen. Die Fischerboote würden zumindest immer auf den gleichen Routen fahren, um die Zerstörung zu beschränken, erklärt MSC. Unerfüllt ist auch die Auflage, den Beifang auf ein Minimum zu reduzieren: Noch immer verenden zu viele Robben, Albatrosse, Haie und andere Tiere in den Netzen.

Coop hatte zwar zeitweilig Hoki-Produkte aus dem Angebot gestrichen, führt sie jetzt aber wieder, nach einigen Verbesserungen. Und trotz nicht erfüllten Auflagen hat MSC das Zertifikat der Hoki-Fischerei letztes Jahr erneuert. Schade um die Glaubwürdigkeit des Labels.