«Steinpilze, Hexenröhrlinge, Täublinge, Schirmlinge und Eierschwämme wachsen seit Juli in den Wäldern, einen Monat früher als sonst», berichtet die Pilzforscherin Beatrice Senn von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Die Witterungsverhältnisse – der überdurchschnittlich war­me, trockene Frühling, gefolgt von einem feuchten Juli – hätten das Wachstum begünstigt.

Die Waldpilze sind nicht nur früher dran, auch ihre Zahl nimmt konstant zu, wie die Forscher von der WSL festgestellt haben. Das Fazit der seit 1971 durchgeführten Wachstumsstudie: Das Pilzvorkommen hat sich seit den siebziger Jahren verdoppelt. Studienleiter Simon Egli vermutet, dass der Grund für die Zunahme in den güns­tigeren Wachstumsbedingungen für Pilze und Pflanzen liegt: Durch die Klima­erwärmung können Bäume länger Fotosynthese betreiben. Das kommt auch den Waldpilzen zugute, die mit den ­Bäumen in Symbiose ­leben.

Geforscht wird in einem Mischwald bei Payerne FR, der vom Kanton bereits 1975 als Testgebiet ausgewiesen wurde. Das weltweit einzigartige Pilzreservat soll dazu beitragen, die Biodiversität unserer Pilze langfristig zu erhalten.

Ein neu angelegter Lehrpfad informiert Besucher über Wissenswertes zur Pilzflora und über die wichtigsten Forschungsthemen und -projekte.

Weitere Informationen: www.pilzreservat.ch