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GentechVerbotener Senf bei der Migros

Verunreinigter Senf landete in Schweizer Geschäftsregalen.

«Ökotest» fand in getestetem Senf Gen-Raps, darunter sogar in einem Bioprodukt. Unter den belasteten Senfen ist auch einer, den die Migros in der Schweiz verkauft.

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Die deutsche Konsumentenzeitschrift «Ökotest» testete Senf – und fand in sieben von 30 Produkten Gen-Raps, darunter sogar in einem Bioprodukt. Unter den belasteten Senfen ist auch einer, den die Migros in der Schweiz verkauft: «Mou­tarde extra forte de Dijon» des Herstellers Reine de Dijon. Es gibt ihn im Glas sowie in der Tube zu kaufen.

Der Migros-Senf ist verunreinigt durch die gentechnisch veränderten, herbizidresistenten Rapssorten MS8 von Bayer Cropscience und GT73 von Monsanto. Beide sind in der Schweiz laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen für Lebensmittelzwecke nicht zugelassen – auch nicht, wie im vorliegenden Fall, in minimsten Mengen. Lebensmittel, die Spuren von Raps MS8 oder Raps GT73 enthalten, sind in der Schweiz, so eine Sprecherin, «nicht verkehrsfähig», dürfen also nicht verkauft werden.

Die beiden Sorten haben deswegen keine Zulassung, weil eine Gefährdung für Mensch, Tier und Umwelt beim heu­tigen Stand der Wissenschaft nicht ausgeschlossen werden kann.

Das Produkt bleibt vorläufig im Regal

In die gelbe Würzsauce gelangt der DNA-manipulierte Raps durch Pollenflug und über die unkontrollierte Verbreitung von Saatgut. Ein Grossteil der braunen Senfsamen wird in Kanada produziert. Dort wird aber auch gentechnisch veränderter Raps angepflanzt, er macht über 90 Prozent des Anpflanzvolumens aus. Da Raps und Senf botanisch eng verwandt sind, lassen sich Durchmischungen kaum vermeiden.

Aldi Süd hatte ebenfalls ein verunreinigtes Produkt im Angebot, nahm es aber nach dem Test sofort aus dem Sortiment. Doch die Migros wartet erst einmal ab. Mediensprecherin Monika Weibel lässt verlauten, man werde sich des Themas annehmen, man wolle den verunrei­nigten Senf aber vorläufig nicht aus den Regalen nehmen.

Veröffentlicht am 06. Juni 2014