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ObstPestizid-Rückstände fördern Hyperaktivität

Eine Studie stellt fest: Wer Bio-Obst isst, leidet seltener unter Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.

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Laut Wissenschaftlern der Universität Montréal und der Harvard School of Public Health lohnt sich beim Kauf von Obst und Gemüse der Griff zu Bioprodukten. In einer Studie haben sie einen Zusammenhang festgestellt zwischen bestimmten Pflanzenschutzmitteln aus der Gruppe der Organophosphate, die beim konventionellen Obst- und Gemüseanbau zum Einsatz kommen, und dem Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS). Dieses äussert sich in Form von Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.

Die Forscher untersuchten den Urin von 1139 Kindern im Alter von acht bis 15 Jahren auf Abbauprodukte von Pestiziden. Im Urin von 148 Kindern, bei denen ADHS diagnostiziert wurde, fanden sich grössere Mengen der Abbauprodukte. Wer etwa zehnmal mehr Di­methyl-akylphosphat im Urin hatte, zeigte mit um 55 bis 72 Prozent höhrerer Wahrscheinlichkeit ADHS-Symptome. Der Grund für den Zusammenhang könnte darin liegen, dass Organophosphate die Wirkung des Hirnbotenstoffs Acetylcholin mindern.

Die Untersuchung gilt als bahnbrechend. Ob die Pestizide Auslöser von ADHS sind, soll nun geklärt werden. Unabhängig davon raten die Forscher, Biogemüse und Obst zu kaufen und dieses vor dem Essen gründlich zu waschen. 

Veröffentlicht am 28. Mai 2010