Auf dem Bauernhof, auf dem ich aufwuchs, gab es neben Hühnern und Kaninchen auch Enten. Alle Haustiere fielen unter die Verantwortung der Bäuerin, meiner Tante. Sie fütterte sie, sorgte für deren Wohlergehen – und schlachtete sie auch.

Wenn im Frühjahr eine der Enten ihr Gelege versteckt hatte und plötzlich mit einer Schar Entenküken daherwatschelte, wuchsen diese Jungtiere im Lauf der nächsten Monate frei auf. Zum Schluss hin fütterte meine Tante sie noch zusätzlich mit gekochten Kartoffeln, damit sie ein besonders zartes Fleisch auf den Sonntagstisch lieferten.

Gebraten hat sie dann das Geflügel in traditioneller Art: im und auf dem Holzofen. Weil ich diese Köstlichkeit nie mehr vergessen habe, möchte ich Ihnen heute dieses Rezept verraten. Allerdings beginnt die Küchenarbeit mit einem kleinen Trick aus meiner professionellen Küche. Damit die Ente etwas von ihrem vielen Fett verliert und die Haut beim Braten ganz besonders knusprig brät, blanchiere ich das ganze Geflügel, bevor ich es brate.

Dazu benötigen Sie allerdings einen genügend grossen Topf, in den die ganze Ente passt, ohne dass Wasser überfliesst. Kochen Sie dieses leicht gesalzene Wasser sprudelnd auf, tauchen Sie die Ente hinein und lassen Sie alles fünf Minuten kochen. Das Geflügel danach herausheben, abtrocknen und abkalten lassen. Entfernen Sie die Flügelspitzen und binden Sie die Schenkel mit Küchenfaden am Körper fest. Würzen Sie erst jetzt mit Salz, Pfeffer und wenig Paprika.

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Auf dem Herd erhitzen Sie nun in einer genug grossen Bratpfanne etwas Erdnussöl. Bei mittlerer Hitze braten Sie die Ente darin rundum an. Das dauert etwa 15 bis 20 Minuten, wenn das Geflügel rundum schön gleichmässig gebraten sein soll.

In einer Bratpfanne haben Sie inzwischen zwölf geschälte

Zwiebelchen und vier grosse, gerüstete Karotten in etwas Butter so lange angebrätelt, bis die Schnittkanten der Gemüse Farbe angenommen haben. Mit 1,5 Deziliter Weisswein ablöschen und aufkochen; die Flüssigkeit fast ganz einkochen lassen.

In der Zwischenzeit soll, im auf 200 Grad aufgeheizten Backofen, eine passende Braisiere heiss werden. Darin je einen Esslöffel Butter und Erdnussöl aufschäumen lassen, die angebratene Ente dazulegen und alles in den Backofen schieben.

Nach fünf Minuten die Temperatur auf 180 Grad zurückschalten und die Gemüse samt Fond zugeben. Von jetzt an soll die Ente – je nach Grösse – noch 50 bis 60 Minuten garen. Sie ist dann perfekt gar, wenn der Saft aus ihrem Inneren klar ausläuft. Solange dieser noch etwas rot ist, ist das Geflügel noch nicht gar.

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Die Ente auf eine Schüssel legen, die Hitze abdrehen und im Backofen für etwa zehn Minuten nachziehen lassen. Das Fett vorsichtig aus der Braisiere abgiessen und den verbleibenden Bratensaft mit einigen Esslöffeln Hühnerbouillon einmal aufkochen. Zusammen mit der Ente in einer Sauciere auftragen.

Dazu schmecken mir einfache Bratkartoffeln und lange gegarte Stangenbohnen am besten.