Dieser und anderer Fragen des kulinarischen Universums nimmt sich Lukas Hartmann, Schweizer Schriftsteller, in seinem neusten Werk an. «Spuren in der Polenta» ist ein Kinderbuch mit Kurzgeschichten und Krimis rund ums Thema Essen. Quasi als Dessert gibts am Schluss jeweils ein passendes Rezept. Eins für Gnocchi beispielsweise. Oder eins für selbstgemachtes Ketchup. Die Geschichte dazu: eine Tomate, die wächst und wächst und wächst - das Ende sei hier nicht verraten. Verraten sei aber, dass Ketchup selber zu machen keine Hexerei ist. Eine Erfahrung, die manch Erwachsenem fehlt - wieso es also nicht gleich gemeinsam mit den Kindern versuchen?

Lukas Hartmann dachte nicht an ein Kochbuch, als er begann, die Geschichten zu schreiben. Vielmehr handle es sich um eine Erlösungstat in eigener Sache. Denn, so schreibt er an seine jungen Leser: «Seit Jahren bekomme ich Briefe: Ach bitte, erfinden Sie doch mal einen richtigen Krimi, eine schöne Tiergeschichte, bitte eine Geschichte aus dem Mittelalter.» Weil es schwer sei, mit so vielen unerfüllten Wünschen zu leben, habe er versucht, alles unter einen Hut zu bringen. Die Rezepte kamen dazu, weil Hartmann selber gerne kocht und isst. Für die Bebilderung holte er sich eine Frau mit Kochbucherfahrung: Larissa Bertonasco. In der Kochbuchwelt sorgte sie mit ihrem «La nonna La cucina La vita» für einen farblichen Akzent, Hartmanns Geschichten setzt sie mit ihren Illustrationen das Sahnehäubchen auf.

Buchtipp

Lukas Hartmann: «Spuren in der Polenta»; Bajazzo-Verlag, 2007, 144 Seiten, 28 Franken, empfohlen ab zehn Jahren