Wer in der Weihnachtszeit zu wenig Guetsli bekommen hat oder ein originelles Mitbringsel für eine Einladung sucht, dem kann Annina Frey, die neue Moderatorin der TV-Sendung «Glanz & Gloria», helfen: Die Brownies nach dem Rezept ihrer Grossmutter seien die besten der Welt, sagt sie.

Schön, dass sich ein Model zu einem so kalorienreichen Gebäck bekennt. Allzu oft sind die Kolleginnen der Branche eher ein Vorbild für absolute Enthaltsamkeit. Auch Frey wurde wegen ihrer äusserst schlanken Figur wiederholt gefragt, ob sie magersüchtig sei. Ihr trockener Kommentar dazu: «Nein, ich bin es nicht. Und wenn ich nicht als Model arbeiten würde, würde wohl auch niemand fragen.»

Von Fertigmenüs zum guten Essen

Wir treffen uns an einem sonnigen Wintermorgen in Freys Loft in Zürich-Wollishofen, von wo aus man einen weiten Blick über den See hat. Die Küche sei bereits auf Ferien eingestellt, gesteht die Gastgeberin, denn sie sei kurz davor, an die Wärme zu verreisen. Ich werde mir Mühe geben, mit Mehl und Schokolade sorgfältig umzugehen und Spritzer an die Wand oder auf den Boden zu vermeiden versuchen.

Annina Frey ist die Tochter eines Arztes und einer Narkoseschwester. Die Berufe der Eltern brachten es mit sich, dass man sich zu Hause gesund ernährte. Man ass zweimal pro Tag warm, die Mutter kochte mit Vorliebe asiatisch, wobei sie von ihrer Tochter genau beobachtet wurde. Annina hatte in der Schule die Kochkurse verpasst und musste zu Hause nachholen. Später, als sie mit zwei Kolleginnen in einer WG lebte, habe sie sich vor allem aus Büchsen und von Fertigmenüs ernährt: «Ich sass oft nachts auf dem Bett und ass mit einer Gabel direkt aus der Packung.»
Ihr erster Freund war Koch und brachte eine Wende in Annina Freys Leben. Sie half manchmal in der Profiküche aus und lernte dabei sowohl gutes Essen schätzen wie auch die spezielle Stimmung unter den Köchen: «Die Ruhe bei der Mis en Place, die Hektik beim Kochen, die Präzision beim Anrichten und die Erleichterung hinterher, wenn man weiss, dass man Menschen glücklich gemacht hat: Das alles ist einzigartig.»

Bei unserer Brownies-Produktion ist von Hektik wenig zu spüren. Es gibt weder Gemüse zu putzen noch Kartoffeln zu schälen oder Zwiebeln zu hacken. Ich darf gerade mal den Zucker abwägen und mit den Eiern verquirlen. Einzig die Grösse des Backblechs gibt uns ein Problem auf: Da wir uns für die halben Mengen entschieden haben, wird es zu gross sein. Ich schicke mich an, aus Alufolie eine kleinere Hilfsbackform herzustellen, in die wir die Masse geben werden. Eine Idee, die übrigens schneller geboren als realisiert ist.

Annina Frey ist 25 Jahre alt, arbeitet als Model und als Schauspielerin und hat jetzt einen dritten Job - als Moderatorin einer Fernsehsendung. Trotzdem möchte sie sich hin und wieder Zeit nehmen fürs Kochen, denn sie ist nach eigenen Angaben eine Geniesserin. Die Zwischenverpflegungen bei Fotoshootings gehören nicht zu ihren Lieblingsspeisen: «Ich verzichte manchmal lieber auf Sandwiches und leiste mir etwas Besseres, auch wenn ich es selber bezahlen muss.»

Beim Einkaufen hat Annina Frey klare Vorstellungen von Qualität: «Wenns geht, wähle ich - vor allem beim Fleisch und bei den Früchten - Bioprodukte. Die sind zwar etwas teurer, aber man sollte ja beim Essen nicht sparen. Für mich gilt der Grundsatz: You are what you eat!» Frei übersetzt: Sag mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist.

Das Aufräumen gehört dazu

Die handgemachte Aluform hält dem Druck der braunen Schokomasse stand. Wir schieben das Blech in den Ofen und tun das, was auch die Profis tun, wenn sie fertig sind mit Kochen: Wir lecken die Schüsseln sauber, denn die süssen Resten sind zu verlockend, als dass man sie einfach wegspülen dürfte.

Dann gehts ans Aufräumen. Annina Frey gibt zu, dass das bei ihr unbedingt dazugehört: «Manchmal, wenn ich vor einer Einladung voll im Saft bin, sieht es in der Küche aus wie auf einem Schlachtfeld. Trotzdem räume ich, noch während des Kochens, immer wieder auf. Sonst verliere ich den Überblick.»

Nach 20 Minuten und zwei Stricknadeltests sind die Brownies fertig. Die Teigmasse ist wunderbar aufgegangen - entstanden ist ein luftiges Gebäck, das wir nun kosten. Wir schneiden mundgerechte Quadrate und bestäuben die Brownies mit Puderzucker. «Die besten der Welt», wiederholt Annina Frey.

Nun sind es aber - trotz der halben Menge Zutaten - immer noch zu viele Brownies. Denn wie bereits erwähnt: Annina Frey wird in weniger als 24 Stunden in die Ferien verreisen. Wir packen also ein paar Stücke für die Fotografin ein und ein paar für den Reporter. «Den Rest nehme ich mit zur Redaktionssitzung ins Fernsehstudio», freut sich die Gastgeberin. Wer sagts denn: ein originelles Mitbringsel für eine Einladung!

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