Monika Fasnacht führt nicht nur sicher durch Livesendungen am Fernsehen, sie ist auch als Köchin ein Profi. Während ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau wurde sie intensiv am Herd geschult. Den Beruf hat sie unterdessen gewechselt - geblieben ist die Leidenschaft fürs Kulinarische.

Die Fachfrau in Sachen Stöck, Wyys, Stich wohnt in Wangen bei Dübendorf, kaum zehn Minuten vom Fernsehstudio Leutschenbach entfernt. Trotz der Nähe zu Stadt und Autobahn ist man hier bereits auf dem Land. Der Himmel ist weit, die Aussicht auf Zürichs Aussenquartiere atemberaubend. Die TV-Moderatorin hat Sichtverbindung zu ihrem Arbeitsort in Zürich-Oerlikon.

Die Reiterin isst Pferdefleisch

Die Gastgeberin schlägt eine Pizza vor - selber gemacht, vom Teig über den Sugo bis hin zum Belag. Das italienische Gericht war ursprünglich eine Arme-Leute-Speise. Man belegte einen Teigfladen mit ein wenig Gemüse oder was man gerade im Haus vorrätig hatte. So macht es auch Monika Fasnacht: «Die Pizza eignet sich gut, um den Kühlschrank zu leeren und die Resten zu verwerten.»

Heute hat sie frisches Gemüse gepostet. Wir würfeln, scheibeln und schnetzeln Lauch, Pilze, Peperoni, Zwiebeln und Tomaten. Sie sei aber nicht Vegetarierin, sagt Monika Fasnacht: «Ich esse heute sogar Pferdefleisch, was mich als passionierte Reiterin einst einige Überwindung gekostet hat.»

Die Jass-Expertin ist beliebt beim Schweizer Fernsehpublikum: Ihre Natürlichkeit wird geschätzt, ihre Sprache verstanden. Und die Anmeldungen für ihre Jass- und Nordic-Walking-Reisen sind derart zahlreich, dass sich Fasnacht kaum wehren kann: «Ich bin so viel unterwegs, in Tunesien oder Thailand, auf dem Rhein oder im Engadin, dass ich meine Ferien am liebsten zu Hause verbringe.»

Während der Arbeit in der Küche merke ich, dass diese Köchin das Detail pflegt. Die Zucchetti für die Vorspeise schneidet sie mit der Maschine - «ein Geschenk der Grosseltern» -, denn nur so würden die Scheiben regelmässig und hauchdünn. Das genaue Arbeiten hat sie während ihrer Zeit als Flight-Attendant bei der Swissair gelernt. Aber auch beim Fernsehen überlässt sie wenig dem Zufall: «Ich bin pingelig und will immer top vorbereitet sein, das bin ich meinen Gästen schuldig», meint sie fast entschuldigend.

«Ich esse nur einmal pro Tag richtig»

Handkehrum kann die Fernsehfrau ziemlich impulsiv sein - vor allem wenn ihr eine Ungerechtigkeit begegnet. Als sie in frühen Jahren beim ehemaligen Skiakrobaten und heutigen Hotelier Art Furrer auf der Riederalp angestellt war, focht sie mit ihm manchen Strauss aus. «Aber ich habe mich gebessert», ergänzt sie schnell.

Wenn es um ihre Ernährung geht, hat Monika Fasnacht klare Regeln. «Ich esse nur einmal pro Tag richtig. Wenn ich nämlich nicht aufpasse, gehe ich auf wie ein Ofechüechli», sagt sie. Tagsüber ernähre sie sich vorwiegend von Wasser und Früchten. Das sei auf Reisen ein grosser Vorteil, denn Früchte gibt es auf der ganzen Welt. Regelrecht verrückt sei sie nach Wassermelonen, und es mache ihr nichts aus, so eine Riesenkugel über den halben Erdball nach Hause zu schleppen.

Mit 41 Jahren ist die ehemalige Sportjournalistin fitter denn je. Vor einem Jahr hat sie ihren ersten Marathon absolviert, gefolgt von einem Langstreckenrennen in Nordic-Walking: «Ich dachte, das sei lockerer, weil man langsamer geht. Aber ich hatte mich getäuscht.» Die trendige Sportart mit den Gehstöcken, die viele als Seniorenbeschäftigung abtun, sei keinesfalls zu unterschätzen.

Beim Bearbeiten des Pizzateigs verrät Monika Fasnacht ein kleines Defizit: «Leider kann ich den Fladen nicht durch die Luft wirbeln wie ein richtiger Pizzaiolo. Ich glaube, ich müsste mal einen Kurs besuchen.» Nicht, dass ich es besser könnte, aber ein paar Versuche wagen wir trotzdem. Das Resultat: Wir sind schon bald gründlich mit Mehl bestäubt. Fasnachts Hund Simba kommentiert unsere Übung mit einem mitleidvollen Blick.

Nach der Arbeit bleibt uns das Vergnügen, draussen zu essen. An Fasnachts Eigenkreationen gibt es nichts auszusetzen. Trotzdem mag sie beim Hauptgang nicht mitessen, denn sie sei am Abend bei Freunden eingeladen. Den Rest der Pizza packt mir Monika Fasnacht in Alufolie ein, zum Mitnehmen. Später werde ich ihr eine SMS schreiben und berichten, die Pizza «Monika» habe auch aufgewärmt prima geschmeckt.


Rezepte

Die bisher im Beobachter erschienenen Artikel von Röbi Koller samt den dazugehörigen Rezepten finden Sie hier.

Quelle: Ursula Meisser
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