Die alten, analogen Fernseher haben in den Wohnzimmern ausgedient. Sie werden in nächster Zukunft durch eine ganze Reihe digitaler TV-Geräte einer neuen Generation verdrängt. Doch was heisst hier Fernseher? In der Wohnwand der Zukunft bildet eine Fusion aus Computer, Fernseher, HiFi-Anlage und Mobiltechnologie den Blickfang.

Ist eine neue digitale Technik erst mal auf dem Markt, geht der Niedergang der analogen Anwendungen jeweils schnell vonstatten. Bei den Filmträgern hat die Zahl der verkauften DVDs die der analogen Videokassetten innerhalb nur weniger Jahre überflügelt.

Auch im Video-Aufnahmebereich heisst es Abschied nehmen vom guten alten VHS-System. Seit kurzem sind Rekorder erschwinglich, mit denen sich alte Videofilme auf DVD überspielen lassen.

Beim Fernsehen geht der Trend in Richtung individuell zugeschnittenes Programm. Rekorder mit Festplatten machen den Besitzer zum persönlichen Programmdirektor. Sie können unermüdlich aufzeichnen, was die Fernsehstationen so alles senden. Mit dem Festplattenrekorder lässt sich der Fernsehabend ganz nach dem eigenen Gusto zusammenstellen. Denn ist das Gerät einmal programmiert, weiss es, für welche Inhalte sich seine Nutzer interessieren, und nimmt fleissig die gewünschten Sendungen auf. Auf einer Harddisk lassen sich 160 Gigabyte archivieren, das sind umgerechnet 200 Stunden Fernsehen.

Die Geräte der neuen Generation beschränken sich typischerweise nicht nur auf einen Zweck. So kündigt Hersteller Sony eine Spielekonsole mit einem TV-Tuner, einem DVD-Brenner und einem Netzwerkanschluss an. Das Gerät soll zudem noch Musik im MP3-Format abspielen und dank neuer Technologie Unterbrecherwerbung ausschalten können.

Fast alle Wünsche zugleich erfüllen


Die Hersteller bauen den Fernseher zu einem eigentlichen Media-Center fürs Wohnzimmer aus. Die Kombination aus grossem Flachbildschirm und Computer deckt alle möglichen Unterhaltungswünsche ab: Zur Grundausstattung des Medienzentrums gehören ein Laufwerk für DVDs und CDs, ein TV-Tuner und eine grosse Harddisk. Tastatur und Maus sind kabellos und können unter einer Abdeckklappe elegant versorgt werden. Zusätzlich werden dank reichhaltiger Software fast alle Wünsche für Video-, Audio- und Fotoformate erfüllt.

Die Hersteller zeigen Grösse


Nachdem sich Flachbildschirme bei den Computern bewährt haben, setzen sie sich jetzt auch bei den klassischen TV-Geräten durch. Und die Hersteller zeigen Grösse: Sharp hat einen Flachfernseher für hochauflösendes Digitalfernsehen mit einer Diagonale von zwei Metern vorgestellt. Kleinere Geräte mit einer Diagonale von 50 Zentimetern gibt es inzwischen ab 2000 Franken. Und im Preissegment zwischen 400 und 1000 Franken finden sich bereits tragbare Zweitfernseher mit Flachbildschirm für alle, denen in Küche, Bad und Garten zu wenig läuft.

Neben der Verschmelzung aller möglichen Geräte ist die kabellose Vernetzung von TV, HiFi-Anlage und PC einer der wichtigsten Trends. Nicht zwingend haben dabei die alten Geräte ausgedient. So gibt es für rund 700 Franken einen Verteiler von Philips, der Video- und Audiodaten vom PC oder aus dem Internet auf den Fernseher und die Stereoanlage sendet. Neue Geräte rüstet die Industrie mit kabellosen Netzwerkanschlüssen aus. Handys, mit Zusatzprogrammen bestückt, dienen dank Infrarot- oder Bluetooth-Technologie als Fernsteuerung für sämtliche digitalen Geräte in einer Wohnung.

Noch ist kein absoluter digitaler Tausendsassa auf dem Markt. Doch gibt es Geräte wie den iPod von Apple, der in diese Richtung weist. Der kleine Fast-Alles-Könner in der Grösse einer Zigarettenschachtel ersetzt nicht nur eine Stereoanlage, er dient mit entsprechendem Zubehör zugleich als Radio, als einfaches Diktiergerät sowie als Speicher für alle möglichen Daten. Die Konkurrenz entwickelt inzwischen Geräte mit ähnlichen Eigenschaften, so genannte miniaturisierte Video-Transporter. Diese Transporter speichern Filme in verschiedenen Formaten ab. Der Nutzer kann unterwegs auf einem 3,5-Zoll-Display seine Filme anschauen.

Einiges ist eher amüsant als nützlich


Welche Techniken sich schliesslich durchsetzen werden, lässt sich noch nicht abschätzen. Kaum erfolgreich werden aber solch ausgefallene Geräte wie das lesende Mobiltelefon der Firma Siemens sein. Exotisch ist auch der DVD-Spieler der Firma Kiss, der zugleich als Kaffeemaschine dient. Diese versteckt sich hinter dem aufklappbaren Flachbildschirm, das DVD-Laufwerk wiederum ist auf der rechten Seite des Standfusses zu finden. Wie ausgefallen die Ideen der Ingenieure auch immer sein mögen, auf dem Markt durchsetzen werden sich schliesslich nur die wirklich nützlichen Dinge.

Quelle: Agentur Gettyimages