Lieber Alexander Pereira, wie ein Honigkuchenpferd strahlen Sie neben Ihrer neuen Lebensabschnittsbegleiterin in die Linsen der Klatschfotografen. Wie wir Sie beneiden. «Er ist so nett und süss», schwärmt das Erotikmodel. Und aus der Regenbogenpresse erfahren wir, dass Sie sich so rasch als möglich fortpflanzen möchten. Nichts würden wir lieber sehen als Babyfotos. Und als Beitragszahler für unsere Sozialversicherungen wäre so ein Wonneproppen ebenfalls willkommen. Trotzdem sollten Sie nichts überstürzen. Immerhin sind Sie und Ihre Freundin noch mit anderen Partnern verheiratet. Das mag heutzutage moralisch unproblematisch sein. Nicht aber rechtlich!

Wissen Sie, wenn in der Schweiz eine verheiratete Frau ein Kind zur Welt bringt, dann gilt automatisch ihr Angetrauter als Kindsvater, und der wirkliche Erzeuger des Kindes ist vollkommen rechtlos. Anders als in den USA, wo Zsa Zsa Gabors Ehemann Frédéric von Anhalt mit Blick auf ein stattliches Erbe behauptet, mit der verstorbenen Anna Nicole Smith ein Kind gezeugt zu haben. In der Schweiz können nur die Mutter, ihr Ehemann und das Kind eine Vaterschaft anfechten. Deshalb sollten Sie sich trotz Sturm und Drang in Geduld üben und erst die Scheidung abwarten. Um die Wartezeit etwas zu verkürzen, lege ich Ihnen in Gedanken eines unserer Ratgeberbücher auf den Nachttisch. «Abenteuer Familie» beantwortet Rechts- und Organisationsfragen zum Familienstart. Ganz nach dem Motto «Gut Ding will Weile haben».

Beste Grüsse, Ihre Gabriela Baumgartner

Anzeige