Ist der Wunsch auch noch so gross, nicht immer klappt es zwischen Kindern und dem neuen Partner. Einen Schlussstrich zu ziehen ist nicht immer die richtige Lösung. «Nähe kann man nicht erzwingen», sagt Anna Hausherr, Zentralsekretärin des Schweizerischen Verbands allein erziehender Mütter und Väter (SVAMV), und rät: «Die Familienzusammenführung muss dem Tempo des Kindes angepasst werden.»

  • Beziehung für sich allein? Wer in der Lage ist, Freiräume einzurichten, für den kann die strikte Trennung von Familienleben und Beziehung Vorteile haben: Die Kinder geraten nicht in Gewissenskonflikte, gewöhnen sich gar nicht erst an neue Partner, können so auch nicht enttäuscht werden. Fragt sich nur, wie befriedigend eine solche Beziehung auf Dauer ist. Bekommen die Kinder von den Treffen Wind, werden unnötig Ängste geschürt. Statt zu schummeln, empfehlen Fachleute deshalb altersgerechte Aufklärung.

  • Getrennt wohnen, aber nicht getrennt leben: In diesem Fall ist der neue Partner Gast, nimmt Anteil am Familienleben, ohne Erziehungsrechte, ohne Ansprüche. Aber mit einer grossen Chance: Ohne stiefväterliche Pflichten kann man sich viel unbefangener kennen und akzeptieren lernen. Ein freundschaftliches Verhältnis wird mittelfristig für alle sehr bereichernd sein.

  • Familienvariante: Bedrohlich wird es für Kinder meist, wenn der neue Partner in die gemeinsame Wohnung zieht oder gar ein Umzug ansteht. Das will besonders gut überlegt werden. Klar muss für das Kind sein: Der Neue wird nie den Vater ersetzen, kann lediglich eine Bezugsperson sein. Grundsätzliche Erziehungsfragen gehen weiter nur die leiblichen Eltern an. Zwischen Kindern, Mutter und Partner ausgehandelte Regeln helfen, Probleme im künftigen Bund zu vermeiden: Bei der Organisation des Zusammenlebens, bei Ton und Stil des gemeinsamen Umgangs soll auch der neue Partner ein Wörtchen mitreden. Schliesslich ist es auch an ihm, eine eigenständige Beziehung aufzubauen.

  • Luftschlösser bringen nichts: Finger weg von Partnern, die klar kommunizieren, mit Kindern nichts am Hut zu haben. Oder das eine vom anderen strikt trennen.
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