Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Dieses Motto könnte auch für die Swissmedic stehen. Die Behörde prüft alle Medikamente, bevor sie auf den Schweizer Markt kommen. Unabdingbar dabei ist das Vertrauen in die Unabhängigkeit von der Pharmaindustrie. Doch daran sind Zweifel angebracht, wie Thomas Grether und Dominique Strebel zeigen (siehe Artikel zum Thema «Arzneimittelkontrolle: Pharma an der Macht»): Personelle Verflechtungen, Nebentätigkeiten und mangelnde Ausstandsregeln schaffen eine heikle Nähe der Kontrolleure zu den Kontrollierten. In diesem Umfeld entstehen Vorschriften, die laut Preisüberwacher Rudolf Strahm auch dazu dienen, Arzneimittelpreise künstlich hochzuhalten.

Weniger blindes Vertrauen, dafür mehr Kontrollen – das dürften sich heute viele Kölliker wünschen. Vor 20 Jahren wurde die Sondermülldeponie im Dorf geschlossen, doch noch immer sickert Gift in den Boden. Die Sanierung soll bis 2012 dauern und am Ende 700 Millionen Franken gekostet haben – ein hoher Preis für einstige Sorglosigkeit. Christoph Schilling war in Kölliken, um zu erfahren, wie es sich mit der Altlast lebt (siehe Artikel zum Thema «Kölliken: Das Gift der frühen Jahre»).

Um enttäuschtes Vertrauen geht es auch in der Reportage von Matieu Klee (siehe Artikel zum Thema «Waggonfabrik Pratteln: In den letzten Zügen»). Als der Elektromonteur Hans Rawe 1990 in der Waggonfabrik Pratteln anfing, galt sie als solide Arbeitgeberin. Doch einige Besitzerwechsel und etliche Versprechen später ist definitiv Feierabend. Bei den Angestellten herrscht Resignation. Man werde halt von Konzern zu Konzern weitergereicht, sagt Rawe. Bis man ausrangiert wird.

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser – nach diesem Motto gibt es immer mehr DNA-Vaterschaftstests. Häufigere Partnerwechsel haben zu einer familiären Unübersichtlichkeit geführt, die manchen zweifeln lässt, ob er der Erzeuger des Sprösslings ist und zu Recht Alimente zahlt. Die Erkenntnis, nicht der Vater zu sein, hat nicht nur finanzielle Folgen, wie Andrea Haefely, Birthe Homann und Urs von Tobel schreiben (siehe Artikel zum Thema «Vaterschaft: Die Mutter aller Sorgen»). Oft führt der Test zur familiären Katastrophe. Dabei leiden vor allem die Kinder. Fazit hier: Vertrauen ist gut, Kontrolle nicht immer.

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