Soziologen beobachten seit geraumer Zeit ein eigenartiges Paradox: Je älter wir werden, desto jünger fühlen wir uns. Dieser wundersame Verjüngungsprozess beginnt gemäss verschiedenen Studien zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr. Die meisten Menschen in dieser Altersgruppe fühlen sich um rund drei Jahre jünger, als sie wirklich sind. Bei den 40- bis 49-Jährigen sind es bereits über fünf Jahre, und ab 50 bis 59 Jahren liegt das gefühlte Alter durchschnittlich um über sechs Jahre unter dem tatsächlichen. Der stärkste «Jungbrunnen»-Effekt ist jedoch bei den 60- bis 69-Jährigen auszumachen: Sie kommen sich im Schnitt um über zehn Jahre jünger vor.

Das Auseinanderklaffen von realem und gefühltem Alter drückt sich auch im Lebensstil aus. Viele Menschen über 50 kleiden sich jugendlich, 60-Jährige besuchen Rockkonzerte, 65-Jährige machen Fernreisen oder treiben Extremsport. Kulturpessimisten sehen im Vormarsch der «jungen Alten» die Signatur einer Epoche, die dem «Jugendlichkeitswahn» verfallen sei, und warnen, dass mit der einseitigen Fixierung auf die Jugend eine «Entsolidarisierung zwischen den Generationen» drohe.

Man kann das Ganze allerdings auch positiv sehen: Wir werden nicht nur immer älter, sondern wir bleiben auch immer länger körperlich und geistig gesund. Und zum Glück gehören Menschen ab 50 heute noch lange nicht zum alten Eisen, wagen viele gerade in diesen «Wechseljahren» des Lebens nochmals einen beruflichen oder privaten Neustart. Dieses Beobachter-Extra handelt von den Aufbrüchen in der Mitte des Lebens und davon, wie man sie am besten meistert: mit vielen Tipps, wie Sie mehr aus Ihren «besten Jahren» machen können, aber auch wie Sie sich für die kommenden Jahre fit halten und welche finanziellen Vorkehrungen Sie für die zweite Lebenshälfte treffen sollten – damit Sie auch mit 65 nicht alt aussehen.

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