Samuel: «Gott stelle ich mir wie einen Hauch Licht vor. Eigentlich glaube ich nicht so sehr an Gott. Aber denen, die an ihn glauben, spendet er Optimismus. Zuerst ging ich in die Unterweisung der reformierten Kirche, weil meine Freunde hingingen. Seit vier Jahren besuchen meine Schwester und ich den jüdischen Religionsunterricht. Auch hier gefällt mir, dass ich mit andern Kindern zusammen bin. Vor einigen Tagen habe ich meine Bar-Mizwa gefeiert: Nach dem jüdischen Glauben gelte ich nun als Mann und darf aus der Thora vorlesen. Das ist ein gutes Gefühl.»

Lea: «Als mein Urgrossvater starb, war ich sehr traurig. Ich fragte meinen Vater, wo er jetzt sei. Wir stellten es uns so vor: Nach dem Tod kommt man in einen langen, schwarzen Tunnel, etwa zwei Tage lang. An seinem Ende scheint ein helles Licht – das ist Gott. Er gibt einem einen neuen Auftrag – etwa, ganz berühmt zu werden. Dann wird man neu geboren und muss diesen Auftrag erfüllen. Manchmal, wenn mir etwas wichtig ist, bete ich. Aber kein vorgegebenes hebräisches Gebet, sondern ein deutsches und so, wie es mir gerade in den Sinn kommt.»

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