Er träumt von einer Reise, quer durch die Schweiz. Das jüngste Mädchen der Familie Kramper, sie heisst Julia, hatte ihm mal erzählt, in Bern gebe es echte Bären, im Tessin gebe es einen Ort, da sei die ganze Schweiz in klein zu besichtigen, in Luzern stehe eine bekannte Brücke aus Holz und in Genf, da spritze aus dem See ein meterhoher Wasserstrahl... All diese Dinge wollte sich der kleine Frosch selbst ansehen.

So packte er eines Tages seinen Rucksack, verabschiedete sich mit einem kräftigen Winken von Julia und hüpfte seines Weges. Er wusste nicht, wie lange seine Reise dauern würde, doch er versprach dem hübschen Mädchen mit den langen roten Locken und den grossen Augen, bald wieder zurück zu sein.

Je weiter sich der Frosch entfernte, desto kleiner wirkte er. Julia hoffte, dass ihr kleiner grüner Freund bald wieder heil zu Hause ankommen würde. Gerne hätte sie ihn begleitet. Doch da in ihrem Bett noch einige Teddybären lagen, die sie keinesfalls ohne Aufsicht lassen konnte, war es ihr leider nicht möglich.

Der Frosch war nun schon einige lange Minuten unterwegs, da kam er an ein Häuschen, in dessen Garten ein kleiner Junge mit einem Traktor mit Anhänger spielte. Der Junge trug eine blaue Latzhose, hatte viele Sommersprossen und seine Haare hingen ihm ins Gesicht. Als er etwas auf sich zuhüpfen sah, liess er den Traktor sofort liegen und sprang auf den Frosch zu. Er nahm ihn vorsichtig auf seine Hände, lud ihn auf den Anhänger des Traktors und fuhr mit ihm einige Male im Kreis herum.

Das Traktorfahren wurde dem Jungen aber zu langweilig, so dass er schnell ins Haus sprang und mit einem riesigen, braunen Teddybären wieder nach Draussen kam. Der Frosch staunte nicht schlecht. Ein riesiger Bär mit Schmollmund und Kulleraugen lag direkt vor ihm. Nun wusste er, er hatte Bern erreicht. Er schaute dem Teddy noch einige Zeit zu und verabschiedete sich dann von dem riesigen Tier und dem kleinen Jungen. Er hatte schliesslich noch eine lange Reise vor sich!

Quelle: Jupiterimages
Anzeige

Nach einigen Hüpfern kam er an einen Ort, da gab es eine Schaukel, eine Rutschbahn und ganz viele Kinder spielten miteinander. Gerne hätte er mitgespielt. Doch leider hatte der kleine Frosch keine Zeit dafür. Er wollte gerade weiterhüpfen, da sah er, wie einige Kinder im Sand eine Burg bauten. Es gab da auch einen kleinen Fluss, der die Burg umkreiste. Dies wollte er sich nun doch näher ansehen. So hüpfte er auf die Kinder zu und grüsste sie alle ganz lieb. Die Kinder erklärten ihm, dass sie die Schweiz bauen. Hier entstehe gerade eine Burg mit einem Fluss. Und später würden sie auch noch Häuser bauen und Wälder. Dem Frosch wurde sofort klar: Jetzt war er im Tessin angekommen. Er hatte gerade die Schweiz in kleiner Version vor sich. Der Frosch freute sich sehr über sein Vorankommen, verabschiedete sich wieder und hüpfte weiter. Alle Kinder winkten ihm zu und wünschten ihm für seine Reise viel, viel Glück.

Nach einigen Hüpfern sah der Frosch einen Bach vor sich. Da er wusste, dass die Holzbrücke, die ebenfalls auf seinem Reiseplan lag, am Wasser zu finden war, schwamm er nicht einfach durch den Bach hindurch, sondern hüpfte das Ufer entlang. Und es dauerte nicht lange, da fand er eine kleine Holzbrücke, die über den Bach führte. Der Frosch war sichtlich stolz. Bereits hatte er Luzern und die bekannteste Brücke der Schweiz gefunden. Er hüpfte auf die Brücke, überquerte den Bach und führte sogleich seine lange Reise fort.

Genf stand als Letztes auf seinem Reiseplan. So hüpfte der Frosch weiter durch Wiesen und Wälder bis er an einen grösseren Teich kam. Der Teich war mit wunderschönen, farbigen Blumen geschmückt, Fische schwammen im Wasser und inmitten des Teiches gab es einen Wasserstrahl, der in der Sonne glitzerte. Das Wasser wurde in die Höhe gespritzt und fiel nur wenige Sekunden später wieder ins Wasser zurück. Der Frosch war so glücklich, nun endlich auch Genf erreicht zu haben, dass er vor Ort ein Tänzchen veranstaltete. Er hüpfte und jubelte vor Freude. Nun wollte der kleine grüne und vor allem glücklichste Frosch der Welt nur noch nach Hause zu seiner Freundin Julia, um ihr von seiner Reise zu berichten.

Und leben die zwei noch heute, so erzählen sie vermutlich noch immer von diesem Abenteuer.

Anzeige