Was sind kleine Sachen? «Wer die Welt retten will, fängt am besten schon in jungen Jahren an, und manchmal reichen schon ganz kleine ­Sachen, die man machen kann», singt der deutsche Kinderliedermacher Detlev Jöcker. Angesichts des Super-GAUs, der drohenden Klimakatastrophe, der weltweiten Überfischung und dem Abholzen der Urwälder klingt das ein bisschen einfach. Und doch: Damit Kinder umweltbewusstes Verhalten verinnerlichen, braucht es das hautnahe Erfahren der Natur mit allen Sinnen, gemäss dem Grundsatz: «Nur was man kennt und liebt, schützt man auch.»

Also, wann immer möglich: Gehen Sie mit den Kindern raus in die Natur. Dann ist schon viel getan. Eltern können den Nachwuchs zusätzlich mit Bilderbüchern und Filmen sowie in Diskussionen für den Lebensraum Erde sensibilisieren. Auch Umweltorganisationen und Schulen lancieren regelmässig Projekte. Anregungen finden Sie bei der Stiftung Umweltbildung unter www.umweltbildung.ch.

Eltern können aber noch mehr tun. Im Alltag den Kindern umweltgerechtes Verhalten vorleben, Müll trennen, Einweg­dosen vermeiden oder das Auto nicht für jeden Katzensprung benutzen. Die persönliche Lebenseinstellung und das kritische Hinterfragen des eigenen Wertesystems tragen enorm viel zum Umweltbewusstsein der Kinder bei.

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Schnecken ertränken erlaubt?

Dass vorbildliches Verhalten oft eine Gratwanderung ist, erfahren wir an der Erziehungshotline des Beobachters immer wieder. Eine Anruferin plagte das schlechte Gewissen, weil ihre dreijährige Tochter sah, wie sie Nacktschnecken ertränkte, um den mühsam hochgepäppelten Kopfsalat zu schützen. Ob sie nun ein schlechtes Vorbild sei und ihre Tochter den Respekt vor dem Leben verliere, war ihre bange Frage. Wohl kaum. Es ist aber wichtig, dass sie ihr Verhalten erklärt. Manchmal müssen wir uns gegen kleine Plaggeister wehren. Selbst den Dalai Lama bringen Mücken um seine Gelassenheit – das ist doch nichts als menschlich.

Übertriebenes und dogmatisches Verhalten hingegen kann auf Eltern zurückfallen oder sich ins Gegenteil verkehren. Da ist der 12-jährige Dino, der seinen Eltern sofort den Spiegel vorhält, wenn sie vergessen haben, den Stand-by-Modus des Fernsehers auszuschalten. Klar führt das zu teilweise unschönen Diskussionen. ­Eltern tun gut daran, sich diesen zu stellen. Sie dürfen sich dabei aber keinesfalls auf der Nase herumtanzen lassen. Die Eltern von Maria haben ganz andere Probleme. Die 14-Jährige macht zurzeit genau das Gegenteil von dem, was ihr die Grossen vorleben. Da es in der Pubertät normal ist, sich gegen alles aufzulehnen, was Erwachsenen wichtig ist, können sie das zwar ­zähneknirschend zur Kenntnis nehmen. Sie sollten jedoch nicht müde werden, das Bewusstsein ihres Nachwuchses für den Erhalt unseres Lebensraums zu schärfen. Wir haben keinen anderen.

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Buchtipps

Detlev Jöcker: «Liebe Erde, ich beschütze dich. Neue Kinderlieder, Spiele und Geschichten zum Klima- und Umweltschutz»; Verlag Menschenkinder, CHF 15.90.

David Burnie und Martyn Bramwell: «Umwelt in Gefahr. So können wir die Erde schützen»; Dorling Kindersley, CHF 23.90