Sehr verehrte Damen, viele Männer sind ganz anders, als Sie denken: Wenn sie unter sich sind – beispielsweise in der Garderobe eines Fitnesscenters –, reden sie bloss über Excel-Sheets, Gewinnmaximierung, unfähige Arbeitskollegen und dergleichen. Nicht mal Autos oder Sport stehen auf den Traktandenlisten, nein, der Job! Das ist es, was die Männer in Fahrt bringt. «Entspannt euch, Jungs, ihr habt Feierabend!», möchte ich ihnen dann zurufen. Würde aber vermutlich nicht mal was nützen. Es gibt solche Langweiler, die begeistern sich ausser für den Job für nichts. Ihr Hobby ist das Büro.

Das weibliche Pendant der Bürohengste

Zu früh gefreut, meine Damen, wenn Sie sich nun auf die Schulter klopfen und meinen, dass Monothematismus «typisch Mann» sei. Dieses Übel ist bei vielen Ihrer Geschlechtsgenossinnen genauso verbreitet. Das weibliche Pendant dieser Bürohengste sind die Supermamis und Hobbymütter. Solche, die sich für nichts ausser Kind und Kegel interessieren. Gespräche mit Fremden beginnen sie meist mit der Frage: «Händ Si Chind?» Doch sie wollen gar keine Antwort, sondern nur ihr kinderloses Gegenüber belehren, dass man erst als Mutter den Sinn des Lebens erfassen könne und nur mit einem Kind wisse, was wirkliche Verantwortung sei. Darauf würde ich gern antworten, dass mir Kinder leidtun, die ihren Müttern den Lebenssinn geben müssen. Aber die Frauen würden mich nicht hören. Sie sind viel zu beschäftigt:

  • Sie chauffieren ihre Kinder in die Schule, verstopfen die Strassen und ignorieren hartnäckig, dass dies nicht nur verkehrstechnisch verkehrt, sondern auch pädagogischer Blödsinn ist: Im Auto lernen Kinder mit den Gefahren des Alltags und des motorisierten Verkehrs nicht umzugehen.

  • Wenn sich der Sohnemann mal balgt oder die Tochter mit der Freundin streitet, initiieren sie auf dem Spielplatz Pseudo-Mediationen, die ausser Krach mit anderen Müttern nichts bringen. Dabei hätten die Kinder viel pragmatischere Konfliktlösungsstrategien als Erwachsene: streiten, sich die Hand reichen und Frieden machen.

  • Ihr Engagement gegen Tagesschulen und Krippenplätze rechtfertigen sie damit, dass sie ihre Kinder nicht wollten, um sie wegzugeben. Dabei wären diese oft nur froh, wenn sie mal etwas Abstand haben dürften.

Nur weil es alle Kinder lieben, wenn die Mama abends beschützend am Bett steht, heisst das noch lange nicht, dass die Mutter auch tagsüber stets zugegen sein muss. Supermamis und Hobbymütter verkünden ihren Kindern vor allem eins: Du kannst nichts alleine und brauchst bei allem Hilfe. Ohne mich bist du nichts!

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Solch überbehütete Söhne und Töchter entwickeln sich zu unselbständigen Prinzessinen und Prinzen, die ihre Mütter knechten – und so werden aus ehemals attraktiven Frauen langweilige Dienerinnen. Da können sie sich selber noch so lange als «engagierte Mütter» bezeichnen. Frauen, die nichts als Mutter sind, können keine interessanten Freundinnen, Kolleginnen oder Partnerinnen sein. Sie sind mindestens so langweilig wie Männer, die mit ihrem Büro verheiratet sind. Sie fragen, was ich mich so aufrege? Schliesslich kann ich ja solchen Leuten aus dem Weg gehen. Stimmt. Aber ihre Kinder könnens nicht!