Klein Sarah ist verschollen. Die Stimme ihrer Mutter hallt durchs Kindermuseum Baden: «Saaraah, wo bist du?» Schliesslich findet sie die Dreijährige im untersten Stock vor einer riesigen Kugelbahn. Das Mädchen hat sich von Mutters Hand gelöst, während diese sich weiter oben ein Video über Blauwale ansah, und ist die knarrende Holztreppe hinunter ins Kellergeschoss spaziert.

Im Badener Kindermuseum verliert sich so manche Familie. Auf den fünf Etagen der alten Villa gibt es für Menschen jeden Alters Spannendes zu entdecken. Die Kleinen halten sich am liebsten in den beiden Untergeschossen auf: Holzspiele, Zerrspiegel, ein Hosensackmuseum und eine Modelleisenbahn halten sie in Bann. Bei den grösseren Kindern sind die vielen Puppenstuben aus 300 Jahren beliebt, deren Einrichtungen viel über den damals herrschenden Zeitgeist verraten – oder auch das Schulzimmer mit Utensilien aus verschiedenen Jahrhunderten sowie die Sammlung mit Spielzeug aus anderen Kulturen.

Die Pädagogikansätze von Montessori, Pestalozzi und Fröbel interessieren eher die Erwachsenen. Fragen um die «richtige» Erziehung sind auch der thematische Schwerpunkt des 25-Jahr-Jubiläums, welches das Kindermuseum dieses Jahr feiert. Vom 13. März 2010 bis 30. Januar 2011 findet die Sonderausstellung «Am Anfang elementares Lernen» statt; die Sonderausstellung «Der Struwwelpeter» dauert noch bis 2. Mai 2010.

Anzeige
Quelle: Stephan Rappo