1. Ein Autolenker drängt sich vor. Sie fluchen das ganze «Sch…»-Repertoire durch.

 

  • Das ist die absolute Ausnahme. Ich fluche sonst bestimmt nie. (B)
  • Im Strassenverkehr brauche ich ein Ventil, so wie meine Kinder auch ihre Fluch-Inseln haben. (A)
  • Wenn ich fluche, bedeutet das nicht, dass meine Kinder das auch dürfen. (C)


2. Ihr Kind verlangt lauthals, dass Sie die Spinne an der Zimmerdecke sofort wegmachen.

 

  • Sie erklären ihm, wozu Spinnen nützlich sind, und zeigen, wie man diese sorgsam ins Freie befördert. (A)
  • Sie finden das Verhalten lächerlich: «Mach nicht so ein Geschrei wegen so einem kleinen Tier.» (C)
  • Eigentlich sind Sie absoluter Tierfreund – jetzt aber schlagen Sie die Spinne tot. (B)


3. Am Mittagstisch maulen die Kinder herum: Heute gibt es wieder einmal Gemüseeintopf.

 

  • Die Kinder müssen von allem probieren. Rosenkohl wird hingegen nie gekocht, da Sie ihn selber nicht mögen. (B)
  • Bei Ihnen gilt: Was auf den Tisch kommt, wird gegessen! (C)
  • Jedes Familienmitglied darf maximal drei Dinge benennen, die er/sie grundsätzlich nicht essen mag. (A)


4. Sie beobachten, wie Ihr Kind einen gleichaltrigen Kollegen mit Steinen bewirft.

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  • Sie ziehen Ihr Kind zur Rechenschaft: Es muss sich beim andern entschuldigen. (A)
  • Sie rufen Ihrem Kind zu: «Du willst ja auch nicht, dass du mit Steinen beworfen wirst.» Zur Demonstration werfen Sie mit einem Kiesel nach ihm. (B)
  • Sie unternehmen nichts. Raufereien unter Kindern sind ganz normal. (C)

5. Im Bus zeigt Ihr Kind mit dem Finger auf eine übergewichtige Frau und kräht lauthals: «Schau mal, wie dick diese Frau ist!»

 

  • Obwohl Sie zu Hause regelmässig über Dicke lästern, schimpfen Sie jetzt mit Ihrem Kind: «Das sagt man doch nicht!» (B)
  • Sie erklären Ihrem Kind, dass nicht alle gleich aussehen, manche sind dünn, andre beleibt, manche gross, andre klein. (A)
  • Sie schauen weiter aus dem Fenster und tun so, als ob Sie nichts gehört hätten. (C)


6. Ihr Kind möchte heute Nachmittag mit Ihnen auf dem Velo um den See fahren.

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  • Sie loben es für den Vorschlag: «Super, da bin ich gleich dabei.» (A)
  • Sie lassen sich nicht darauf ein, weil Sie fürchten, dass Ihr Kind zu wenig fit für eine solche Tour ist. (C)
  • Sie passen: Am Fernsehen läuft gerade die Live-Übertragung eines Tennisfinals. (B)


7. Sie ertappen Ihr Kind bei einer faustdicken Lüge, mit der es sich offensichtlich vor Strafe schützen wollte.

 

  • Sie konfrontieren Ihr Kind damit und bestrafen es nun erst recht. (C)
  • Sie lachen lauthals: «Diesen Käse nehme ich dir nicht ab.» – Notlügen ja, aber wenigstens intelligente. (B)
  • Sie diskutieren mit Ihrem Kind über das Thema Lügen und vereinbaren, dass es künftig von sich aus die Wahrheit sagt. (A)


8. Eine halbe Stunde nach dem Essen: Mutter räumt ab, Vater schnappt sich die Zeitung, und die Kinder sind wieder am Spielen.

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  • Bei uns herrscht klare Rollenteilung: Der Haushalt ist Aufgabe der Frau. (C)
  • Wir haben keine klare Regelung, wer im Haushalt welche Aufgaben hat. (B)
  • Jeder räumt sein Geschirr gleich in die Spülmaschine – oder er tauscht diese Aufgabe gegen eine andere Hausarbeit. (A)


9. Sie kommen vom Einkaufen nach Hause. Die Kinder sitzen vor dem Fernseher.

 

  • Sie schalten auf ein anderes Programm, um Ihre Lieblingssoap zu sehen. (B)
  • Die Kinder schauen die Sendung – wie vereinbart – zu Ende an. Danach helfen sie beim Auspacken der Einkäufe. (A)
  • Sie schalten den Fernseher sofort aus: «Ihr wisst ganz genau, dass erst für die Tagesschau eingeschaltet wird.» (C)


10. Beim Abendessen gibts Spannungen: Die Kinder sind zum wiederholten Mal zu spät vom Spielen nach Hause gekommen.

 

  • Sie schicken sie ohne Abendessen und Diskussion direkt ins Zimmer. (C)
  • Sie hören sich ihre Gründe an, können über die Ausreden aber nur lachen. (B)
  • Sie kündigen eine Familiensitzung an, bei der für dieses Problem eine Lösung gefunden werden soll. (A)
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