Eines Morgens stand er vor dem Strandbungalow und begrüsste das Touristenpärchen mit treuherzigem Blick. Sie nannten ihn Paco, steckten heimlich im Hotelrestaurant Essensreste für ihn ein und fühlten sich für ihn verantwortlich – bis ihnen bewusst wurde, dass sie bald wieder heim in die Schweiz reisen mussten. Was sollte aus Paco werden? Das Paar überlegte, ihn mitzunehmen.

Regula Kennel vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) rät von solchen Ak­tionen ab: «Beim Import eines Tieres sind etliche Vorschriften zu beachten; oft handeln die Leute unüberlegt – und am Ende landen viele dieser Tiere im Tierheim.» Auch die tierpsychologische Beraterin ­Gloria Isler, die Tierhalter bei Problemen berät, kennt die Folgen solcher Spontanentscheide aus ihrer Praxis: «Immer wieder habe ich mit importierten Tieren in jämmerlichem Zustand zu tun. Oft sind die Besitzer völlig überfordert, beispielsweise mit einem Hund, der jagen musste, um zu überleben.»

Online gibt es kaum seriöse Angebote

Zudem sind die gesetzlichen Fristen in der Regel kaum mit den Ferienplänen zu vereinbaren: So müssen etwa Hunde und Katzen, die in die Schweiz mitgebracht werden, gegen Tollwut geimpft sein, wobei die Impfung zum Zeitpunkt der Einreise mindestens drei Wochen alt sein muss. Zusätzlich muss das Tier über einen implantierten Chip und einen Heimtierausweis verfügen. Je nach Tierart und Feriendestination sind weitere Auflagen zu erfüllen und Einschränkungen zu beachten.

Wer die Vorschriften verletzt, riskiert, dass das Tier bei der Einreise vom Zoll ­beschlagnahmt und ins Herkunftsland ­zurückgeschickt wird. Nach Angaben des grenztierärztlichen Dienstes wurden im Jahr 2010 am Zürcher Flughafen 19 und in Genf 10 von Passagieren mitgeführte Heimtiere zurückgewiesen. Ist eine um­gehende Rücksendung nicht möglich, kann das BVET verfügen, dass das Tier ­eingeschläfert wird – dem vermeintlichen Tierretter droht ein Strafverfahren.

Wer einem Tier ein Zuhause schenken möchte, sollte auch von Kleinanzeigen im Internet Abstand nehmen: Gemäss Schweizer Tierschutz sind online kaum seriöse Angebote zu finden. So stammen die meisten Welpen aus unkontrollierten ausländischen Massenzuchten. Angehende Tierhalter finden wertvolle Informationen und Adressen beim BVET (www.bvet.admin.ch) oder beim Schweizer Tierschutz (www.tierschutz.com) – oder man wendet sich an ein anerkanntes Tierheim: Auch hierzulande warten unzählige Tiere auf ein schönes Zuhause.

Wer Tieren wie Paco im Ausland helfen möchte, kontaktiert am besten Tierschutzorganisationen vor Ort und unterstützt ­deren Arbeit mit einer Spende oder einer Patenschaft.

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Weitere Infos und Adressen

Einfuhrbestimmungen für Heimtiere: www.blv.admin.ch

Auslandtierschutz: Auf der Website der Welttierschutzorganisation WSPA sind deren regionale Mitgliedorganisationen aufgeführt: www.wspa-international.org