Ich gehe ja inzwischen sehr strategisch vor: Mein Christbaum ist klein und unauffällig – wenn man nicht weiss, dass es ihn gibt, dann sieht man ihn eigentlich gar nicht. Und er ist aus Plastik, damit er für Katzennasen möglichst uninteressant ist. Die Kerzen sind natürlich auch künstlich. Und die Christbaum-Kugeln sind aus NASA-geprüftem Hightech-Material, das auch einen Atomkrieg nahezu ohne Kratzer überstehen würde. Und das aus gutem Grund.

Ich installiere meine Weihnachtsdekoration immer klammheimlich mitten in der Nacht, wenn die Katzen alle schlafen und mein unsinniges Treiben nicht mitbekommen.

Meist geht das sogar ein paar Stunden lang gut: Das Bäumchen steht strahlend in einer Ecke, und ich freue mich still und heimlich.

Dann macht es «klirr-krawumm!»: Mit einem beherzten Sprung hat Katze Mathilde sich ins Plastikgeäst geworfen und wälzt sich nun wild mit dem Bäumchen ringend auf dem Boden herum. Shakti und Omar derweil glauben in den herab fallenden Christbaumkugeln lauter rote Robotermäuse zu erkennen, die wild durch die Gegend rollend eindeutig widerrechtlich die Weltherrschaft an sich reissen wollen, weshalb sie gnadenlos gejagt und polternd zur Strecke gebracht werden müssen. Um nicht unnütz herumzusitzen, erlegt Lucie inzwischen die Girlanden.

Keine drei Minuten später sind die Girlanden gemeuchelt und in der ganzen Wohnung verteilt, die meisten roten Robotermäuse hingegen sind spurlos verschwunden, und der Weihnachtsbaum sieht aus wie ein explodierter grüner Igel, der mit Lametta erdrosselt wurde.

Das lass ich dann über die Feiertage alles so, auch wenn die Gäste sich jeweils über meinen unkonventionellen Weihnachtsschmuck etwas wundern – den Katzen und mir gefällts.

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Und spätestens beim grossen Frühjahrsputz um Ostern herum werde ich auch die verschwundenen Christbaumkugeln unter grossem «Ach, hier!» und «Oh!» in irgendwelchen Ecken und Winkeln wieder finden.

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

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