In jener Zeit, als meine Katzen-Omi LouLou plötzlich so krank wurde und schliesslich starb, verfolgte ich in meinem Stamm-Katzenforum wie so oft die Berichte engagierter Tierschützer, die sich unermüdlich für ausgesetzte, vernachlässigte, verwahrloste Tiere einsetzen. Wie sehr ich deren Arbeit bewundere. Man würde sie so gerne alle retten.

Keine weitere Katze. Vernunft. Alles klar.

Eine dieser Tierschutz-Katzen hatte es mir besonders angetan: Joschi. Ein kleines, damals zirka einjähriges Katzenmädchen, das aussieht, als wäre sie die Urenkelin meines Katers Omar. Joschi ist taub und hat eine leichte Ataxie, die sich über Kopfschiefhaltung und einen mitunter etwas unkoordinierten Gang zeigt. Was sie nur noch putziger macht.

Keine weitere Katze. Vernunft. Alles klar.

Eines Tages, zirka zwei Monate nach LouLous Tod, schwächelte meine Vernunft das erste Mal: Warum eigentlich keine sechste Katze mehr? Die Tierschützer wissen ja nicht mehr, wohin mit all den heimatlosen Katzen – und hier ist doch Platz, finanziell passt es auch. Doch weiterhin schwärmte ich nur heimlich für Joschi.

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Keine weitere Katze. Vernunft...

Naja – gut, sagen wir mal so: Ich werde mich nicht aktiv bemühen. Joschi müsste mir schon «ein Zeichen» senden. Wie auch immer sie das bewerkstelligen sollte.

Sie tat es am selben Tag.

Eine liebe Bekannte aus besagtem Katzenforum schickte mir nämlich just an jenem Tag eine E-Mail und wies mich auf eine Katze hin – sie wisse, dass ich eigentlich keine weitere Katze wolle – aber die! Die würde doch perfekt zu meiner Gruppe passen? Sie sei vielleicht nicht «ganz einfach» mit ihrem leichten Hang zur Panik. Zudem sei sie taub, habe eine leichte Ataxie und einen etwas unkoordinierten Gang...

Vernunft… Im Duden steht dazu: «Geistiges Vermögen des Menschen, Einsichten zu gewinnen, Zusammenhänge zu erkennen, etwas zu überschauen, sich ein Urteil zu bilden und sich in seinem Handeln danach zu richten.» Und das tat ich dann auch.

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So zog Ende August 2011 Joschi hier ein. Sie heisst inzwischen Felize und wie die liebe Bekannte schon vermutet hatte, lebte sie sich wunderbar ein und verstand sich auf Anhieb blendend mit den anderen Katzen.

Felize ist da, wo sie hingehört – was bitteschön könnte vernünftiger sein?

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So waren es also wieder sechs. Warum es inzwischen wieder nurmehr fünf sind, erfahren Sie hier.