Auch Hundehalter sind zunehmend impfkritisch. Die Argumente sind die gleichen wie in der Humanmedizin: Mögliche Impfschäden und Geschäftemacherei von Ärzten und Pharmaindustrie.

Nun schlagen Tierärzte Alarm. In einer Tierklinik im Solothurnischen musste kürzlich ein aus Rumänien importierter Hund eingeschläfert werden. Er litt an der tödlichen Hundeseuche Staupe. Der behandelnde Tierarzt Thomas Schneiter, für den das der erste Staupe-Fall seiner Karriere war, hält eine Epidemie in der Schweiz nicht für ausgeschlossen, «denn viele Hunde sind wegen der zunehmenden Impfskepsis ohne Impfschutz».

Schon einmal, Mitte der achtziger Jahre, raffte die Hundeseuche hierzulande Hunderte von Tieren dahin.

Olivier Glardon, Tierarzt und Lehrbeauftragter an der Universität Bern, warnt: «Wenn diese Impfverweigerung zunimmt, droht uns eine Staupe-Epidemie wie in den achtziger Jahren. Das wäre eine Katastrophe.» Auch damals wiegten sich die Hundehalter in Sicherheit, weil es schon lange keinen Staupe-Ausbruch mehr gegeben hatte - und impften ihre Vierbeiner nicht mehr regelmässig. «Heute ist das wieder genauso - kombiniert mit einer allgemeinen Impfskepsis», sagt Glardon. Das ist gefährlich, denn offenbar werden immer wieder kranke Hunde aus dem Ausland in die Schweiz importiert.

Fachmann Glardon darf als unverdächtig gelten, bringt er doch angehenden Tierärzten als Dozent für Komplementärmedizin auch die sanfte Medizin bei.

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