Wer im Sommer seinen Hund längere Zeit im Auto eingesperrt an der prallen Sonne zurücklässt, vernachlässigt sein Tier stark und kann wegen Tierquälerei eingeklagt werden. Eine starke Vernachlässigung ist nicht erst gegeben, wenn ein Tier nicht mehr lebensfähig ist, sondern schon dann, wenn es wegen fehlender oder ungenügender Fürsorge und Pflege erheblich leidet und sein Wohlbefinden stark beeinträchtigt ist. Der fehlbare Hundebesitzer hat mit Haft oder Busse zu rechnen, die mehrere Tausend Franken sein kann.

Hunde können nicht schwitzen Haustiere Tipps für tierisch heisse Tage und erleiden bei körperlicher Anstrengung in der Hitze oder im heissen Auto wesentlich schneller einen lebensgefährlichen Hitzschlag als Menschen. Schon im Frühsommer kann die Temperatur in einem in der Sonne stehenden Auto innert weniger Minuten auf 80° C steigen.

Wer ein leidendes Tier in einem Auto beobachtet und den Autofahrer nicht finden kann, sollte sofort die Polizei benachrichtigen. Schlagen Sie die Autoscheibe nur dann ein, wenn ein dringender Notfall vorliegt: Alarmzeichen sind übermässiges Hecheln, Jaulen oder Winseln, aber auch Mattheit, Apathie oder Bewusstlosigkeit des Tieres. Rechtlich gilt ein Scheibeneinschlag als Sachbeschädigung. Zur Absicherung sollte man deshalb vorher Video- oder Fotoaufnahmen machen oder die Kontakte allfälliger Zeugen notieren.

Erste Hilfe

  • Das Tier sofort an einen kühlen Ort bringen (raus aus dem Auto) beziehungsweise in den Schatten.  
  • Wasser zum Trinken anbieten.  
  • Kühlen Sie das Tier mit Wasser, dabei an den Gliedmassen beginnen (wenn möglich Beine ins Wasser stellen), fächern Sie ihm Luft zu. Achtung: Umwickeln Sie das Tier nicht mit nassen Tüchern – sie können zusätzlich Wärme stauen.

Merkblatt

Merkblatt «Achtung: Überhitzungsgefahr!» des Schweizer Tierschutzes: Download (PDF)

Selbstversuch: Tödliche Hitze im geparkten Auto

Was viele Autofahrer im Sommer unterschätzen: In einem geparkten Auto steigt die Temperatur innert kürzester Zeit massiv an. Wer seinen Hund im Auto zurücklässt - und sei es nur für kurze Zeit - setzt ihn schier unerträglichen Qualen aus. Dr. Ernie Ward, Tierarzt aus North Carolina wollte es genau wissen und setzte sich an einem Sommertag für 30 Minuten ins Auto, um nachzuvollziehen, wie es einem zurückgelassenen Vierbeiner ergeht und Hundehalter für die Gefahren zu sensibilisieren.

Das Thermometer steht zu Beginn des Experiments bei 35° C. Schon nach zehn Minuten ist die Temperatur auf 41° C angestiegen. Im Video sieht man, wie Ward der Schweiss in Strömen hinunterrinnt. Nach 15 Minuten zeigt das Thermometer bedrohliche 43° C. Vor allem alte und schwache Hunde bekämen nun ernsthafte Schwierigkeiten.

Ward sagt im Video: «Ich will raus aus diesem Auto!» Er erläutert, wie sich ein Hund in dieser Situation fühlen muss: «Man ist hilflos, verängstigt und hat jegliche Kontrolle verloren. Alle Signale des Körpers sagen dir, dass du dich in grosser Gefahr befindest.» Nach 30 Minuten ist es im Wageninneren 47°C heiss. «Das ist eine wirklich schreckliche Art zu sterben», so Ward.

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