Mit einer «unverwech­selba­ren Iden­tität», wie sie die Gesellschaft Schweizer Tier­ärztin­nen und Tierärzte fordert, dürften bald auch Pferde, ­Ponys und Esel aus­gestattet sein. Der Bundesrat entscheidet in den nächsten Monaten darüber, ob die Schweiz die in der EU gängige Praxis ab 2011 übernehmen will.

Bereits seit Anfang Jahr müssen sich alle Halter von Pferden, Geflügel, Bienen oder Speisefischen zentral registrieren lassen, nichtwirtschaftliche eingerechnet. Bei den Schweinen wird neu die Art der Haltung registiert, und ab 2011 müssen alle Schweinekäufe der Tierverkehrs­datenbank gemeldet werden.

Von der Digitalisierung der Daten erhoffen sich die Behörden eine «Verbesserung der Tiergesundheit» und eine «effizientere Bekämpfung von Tierseuchen». Seit 1993 sei in der Schweiz zwar kein Fall von Schweinepest mehr bekannt geworden und bisher auch noch kein Fall von Pferdepest. Doch im Ernstfall müsse man rasch handeln können, sagt  der Sprecher des Bundesamts für Veterinärwesen, Marcel Falk. Die Gefahr neuer oder längst ausgerotteter Seuchen steige – ­bedingt durch den globalen Han­del und die Kli­ma­erwärmung.

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Anders argumentiert wird in Bezug auf Haustiere: Entlaufene und gestohlene Tiere ­könn­ten dank Chip identifiziert werden. Eine Sorge, die immer mehr Tierhalter dazu treibt, ihren Lieblingen den reiskorngrossen, für Hunde bereits obligatorischen Chip implantieren zu lassen. Allein letztes Jahr wurden in der Schweiz 86' 000 Tiere bei der Tierdatenbank ANIS (Animal Identity Service) registriert: vor allem Hunde und Katzen, aber auch Kleintiere wie Meerschweinchen und Hasen.

«‹Chippen› lässt sich im Prinzip jedes Tier, auch Papageien, Schildkröten und Koi-­Fische», sagt ANIS-Geschäftsführerin Denise Dellay. Keine Frage: Das «Chippen» dient nicht nur dem Tierwohl, es ist auch ein ­Geschäft: für Datenbankbetreiber, Veterinäre und Elektronikhersteller.

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