Zu dieser Zeit lebte ein armes Mädchen mit dem Namen Joanna. Sie war etwa 10 Jahre alt und hatte lange rote Haare, die sie am liebsten offen trug, und grüne Augen. Ihre Eltern waren schon sehr früh gestorben, deshalb lebte sie bei lieben Stiefeltern in einem Haus gleich beim Loch Ness.

Joanna ging sehr gerne im Wald spazieren. So geschah es, dass sie eines Tages bei einem ihrer Spaziergänge in einen Ameisenhügel trat. Leider lebte ausgerechnet in diesem Ameisenhügel eine böse Fee. Bis jetzt hatte sie geschlafen und deshalb den Menschen nichts getan. Doch jetzt erwachte sie wegen den Erdstückchen, die ihr auf den Kopf fielen. Die Fee wurde sehr wütend und flog sofort an die Erdoberfläche. Dort sah sie Joanna und fragte mit grimmiger, lauter Stimme: «Bist du in den Ameisenhügel getreten?» Joanna antwortete ängstlich: «Ja, aber ich habe es nicht mit Absicht getan, ich habe den Hügel nicht gesehen.» Die böse Fee glaubte ihr, doch da Joanna ihr Haus kaputt gemacht hatte, rief sie laut: «Krötenschleim und Fröschewein, verflucht sollst du für immer sein! Bienenwaben, Küchenschaben, Pech sollst du für immer haben!» Danach verschwand die böse Fee wieder.

Joanna rannte so schnell sie konnte heim, unterwegs fiel sie allerdings in einen Kuhfladen und in ein Schlammloch, so dass sie richtig stinkend zu Hause ankam. Sie wusch sich und erzählte die ganze Geschichte ihren Stiefeltern. Diese waren entsetzt und schickten Joanna zu einer berühmten Heilerin. Die Heilerin wohnte in einem kleinen Haus im Wald. Joanna betrat das Haus und begrüsste die Heilerin. Doch dabei stolperte sie über einen Besen und zerschlug ein Glas mit eingelegten Blutegeln. Das gab natürlich eine riesige Schweineordnung.

Als Joanna sich entschuldigen und ihr Anliegen vorbringen wollte, sagte die Heilerin: «Ich sehe schon, was du willst. Wahrscheinlich wurdest du von der bösen Fee verflucht und jetzt hast du immer Pech. Stimmt das oder habe ich recht?» Joanna war sehr erstaunt, dass die Heilerin schon von dem Fluch wusste und sagte: «Ja, das stimmt, aber woher wissen Sie das?» Die Heilerin schmunzelte und meinte: «Das ist doch ganz einfach: Du kommst zu mir, also hast du irgendein Problem, das du nicht selbst lösen kannst. Du fällst über einen Besen, der so stand, dass man eigentlich gar nicht über ihn fallen kann, du zerschlägst ausgerechnet das Glas, das ich nicht wieder flicken kann. Das heisst, du hast Pech. Und ausserdem habe ich von ein paar Ameisen gehört, dass die böse Fee wieder einmal jemanden verflucht hat. Mit ein bisschen Verstand kommt man doch ganz leicht darauf. Ich nehme an, dass du jetzt von mir wissen möchtest, was du machen musst, um diesen Fluch zu bannen. Hab ich Recht? Also, du nimmst ein Stück Ton, formst daraus eine Gestalt und bemalst sie. Dann musst du ihr nur noch sagen, was passiert ist und sie ins Loch Ness legen. Daraufhin wird sie zum Leben erwachen, doch sie wird schon bald wieder verschwinden.»

Joanna bedankte sich bei der Heilerin und verabschiedete sich. Danach begann sie sofort eine Figur zu basteln. Sei machte ihr einen langen Hals und einen ebenso langen Schwanz, dann kamen noch vier Flossen an die Seite und fertig war die Figur. Joanna holte dunkelblaue Farbe und malte ihre Figur an. Sie erzählte ihr die ganze Geschichte und legte die Figur ins Wasser.

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Zur gleichen Zeit dachte die böse Fee, dass Joanna genug bestraft sei und machte den Fluch rückgängig. So geschah es, dass die Figur zum Leben erweckt und zirka sechs Meter lang wurde, aber nicht mehr verschwand. Joanna war sehr erstaunt darüber und nannte ihre Figur Nessie. Nessie und Joanna wurden sehr gute Freunde und Joanna besuchte Nessie jeden Tag im Loch Ness. Dann spielten sie zusammen und Nessie war jedes Mal sehr traurig, wenn Joanna nach Hause gehen musste, doch Nessie wusste, dass Joanna am nächsten Tag wieder kommen würde und schlief so jeden Abend glücklich ein.