Teenies am Familientisch: Einst unproblematische Esser mutieren plötzlich zu Gemüsemuffeln. Oder sie halten sich nicht mehr an die Tischregeln, verschmähen die von den Eltern gekochte Speise und löffeln stattdessen lieber vor den Mahlzeiten eine Familienpackung Joghurt. Dies alles ist kein Grund, den Esstisch zum Schauplatz von Machtkämpfen und Abgrenzungsversuchen der Teenager werden zu lassen.

Für Eltern ist das oberste Gebot: gelassen bleiben. Vielleicht hilft es, sich folgende Studienresultate zu vergegenwärtigen: Es ist bewiesen, dass junge Erwachsene meist wieder auf die Essgewohnheiten aus ihrer Kindheit zurückkommen, spätestens wenn sie eine eigene Familie gründen. Eltern dürfen also getrost einmal beide Augen zudrücken, wenn der Nachwuchs ungesünder isst als früher - sofern sie ihm bis jetzt ein gutes Essverhalten vorlebten.

Die richtige Kommunikation kann Auseinandersetzungen verhindern: Wenn sich Jugendliche nicht an empfehlenswerte Essgewohnheiten halten, lohnt es sich, sie nach den Gründen und ihren eigenen Lösungsvorschlägen zu fragen. Das klingt dann etwa so: «Was muss denn deiner Meinung nach getan werden, damit du wieder frühstückst?» Jugendliche haben oft gute Ideen, auf die sich letztlich auch die Eltern einlassen können. Sie sind häufig auch bereit, selber Mahlzeiten zu planen und zuzubereiten. Eltern könnten versuchsweise folgende Absprache mit ihren Kindern treffen: «Wir motzen nicht, wenn ihr am Wochenende kocht, und dafür esst ihr anstandslos, was wir unter der Woche zubereiten.» Es hilft allen, wenn Eltern dem Nachwuchs einen Teil der Verantwortung für die Mahlzeiten abtreten.

Lieber drei Kilo zu viel

«Das Essen ist doch gesund» - dieser pauschale Hinweis verspricht kaum Erfolg. Teenager interessiert gesundes Essen wenig. Man kann sie jedoch locken, indem man ihnen etwa erklärt, wie sie mit richtiger Ernährung gegen unreine Haut vorgehen können oder dass sie dank gesunden Lebensmitteln besser Fussball spielen.

Eine Regel sollten Eltern nicht vergessen: ja nicht am Körper ihres Kindes herumkritisieren! Heranwachsende zweifeln genug stark an sich selbst und brauchen Bestätigung von ihren Eltern. Drei Kilo zu viel sind garantiert weniger schädlich als eine Magersucht. Der Kalorien- und Nährstoffbedarf ist in der Pubertät übrigens sehr hoch, er beträgt etwa 3000 Kalorien. Eltern müssen sich da nicht wundern, wenn das Haushaltsgeld plötzlich knapper wird und der Kühlschrank immer leer ist.

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