Mutig, Katja Stauber. Erst sieben Monate sind Sie und Ihr Arbeitskollege Florian Inhauser ein Paar, und schon ziehen Sie zusammen. Da hats ja mächtig gefunkt.

Verstehen Sie uns nicht falsch: Wir wollen Ihnen Ihr Vorhaben nicht etwa ausreden. Wir wollen Ihnen bloss den einen oder andern Stolperstein aufzeigen. Das Zusammenleben zweier Unverheirateter ist ja irrsinnig kompliziert. Rechtlich gesehen, zumindest.
Viele Verwaltungen bestehen zum Beispiel auf Solidarmietverträgen, worin beide Partner unbeschränkt für den Mietzins haften und den Vertrag nur gemeinsam kündigen können. Verweigert einer die Unterschrift, muss der andere das Konkubinat gerichtlich auflösen lassen, und zwar nach den Regeln über die Liquidierung der einfachen Gesellschaft. Eine grässliche Vorstellung. Unterschreibt nur ein Partner den Mietvertrag, sollte er mit dem andern unbedingt einen schriftlichen Untermietvertrag abschliessen. Ein Konkubinat begründet nämlich nicht automatisch ein Untermietverhältnis. Auch hier kann eine Trennung eine Räumungsklage nach sich ziehen. Horror!

Lassen Sie es nicht so weit kommen. Regeln Sie Ihr Zusammenleben in einem Konkubinatsvertrag. Ein Muster finden Sie in unserem Ratgeber «Zusammen leben, zusammen wohnen».

Klar: Vertragsverhandlungen mit der neuen Flamme - das tönt zugegebenermassen schrecklich unromantisch und bürokratisch. Aber kommen Sie hinterher bloss nicht und klagen, wir hättens Ihnen nicht gesagt.

Alles Gute,
Ihre Gabriela Baumgartner


Buchtipp

Karin von Flüe: «Zusammen leben, zusammen wohnen. Was Paare ohne Trauschein wissen müssen»

Im Ratgeber der Familienrechtsexpertin Karin von Flüe erhalten unverheiratete Paare Auskunft: Worauf achten beim Zusammenziehen? Was gilt, wenn wir ein Kind möchten? Wie können wir für-einander vorsorgen?

Ein praktisches Handbuch mit vielen Beispielen, Tipps und Mustern für alle, die ihre Partnerschaft auf eine solide Basis stellen wollen. Speziell: das kommentierte Partnerschaftsgesetz für gleichgeschlechtliche Paare.

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