Verehrter Mister President, mit einem Familienhund liegen Sie voll im Trend. Hunde fördern das Verantwortungsbewusstsein Ihrer Töchter und helfen über den Trennungsschmerz nach dem Umzug hinweg. Es ist aber wichtig, wen der Hund als Rudelführer akzeptiert, damit er sich nicht selber als Chef aufführt. Auch wenn Millionen Leute Sie schon vor Amtsantritt als Boss akzeptierten: Ihr Hund respektiert Sie erst als Herrchen, wenn Sie ihn mit Gradlinigkeit, viel Präsenz und Fürsorge überzeugen.

Dazu ein paar Tipps: Bei Empfängen könnten Sie die Fortschritte Ihrer Hundeerziehung testen. Dabei würden Sie auch viel über die Psyche und die Belastbarkeit der jeweiligen Staatsoberhäupter erfahren. Bringen Sie auch den Mut auf, königlichem Besuch wie Queen Elizabeth das Füttern des Tieres vom Tisch strikte zu verbieten. Zudem ganz wichtig für Ihr präsidiales Eheleben, in dem zweisame Stunden wohl besonders wertvoll sind: Hunde haben im Schlafzimmer nichts zu suchen!

Weil junge Hunde ständig in Bewegung sind und alles herumschleppen, was nicht niet- und nagelfest ist, empfehlen wir Ihnen den Besuch eines Hundekurses. Dort kann sich der Liebling austoben, lernt spielerisch mit Kumpanen umgehen – und Sie können sich für eine heitere Stunde vom Oval Office abmelden. Wären Sie übrigens Präsident unseres Landes, müssten Sie einen theoretischen und einen praktischen Hundeerziehungskurs besuchen. Das ist bei uns seit September 2008 obligatorisch.

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Noch eine Empfehlung aus der Schweiz: Unser häufigstes Haustier ist der Aquariumfisch (statistisch ein Fisch pro Einwohner). Fischen zuzuschauen ist sehr beruhigend – und gute Nerven brauchen Sie ja jetzt.

Beste Grüsse
Ihre Verena Walther