«Baue ein Verkehrsmittel», lautet das Motto. Bei 806 Legosteinen bieten sich da eine ganze Menge Möglichkeiten. Die 18 Buben und zwei Mädchen an der Lego-Meisterschaft legen sofort los. Fünf von ihnen sind noch zu klein, um im Sitzen mit den Füssen den Boden zu berühren. Ein rot-weisses Plastikband trennt sie von ihren Familien, die sie in den grossen Konferenzsaal des Verkehrshauses Luzern begleitet haben. Wer es von den 1000 Bewerbern hier ins Finale geschafft hat, darf weiter davon träumen, gratis ins «Legoland» zu fahren.

Es gibt heutzutage sicher viel coolere Spiele als Lego, oder? «Nein, Lego ist super», sagt der zehnjährige Ivan, «ich mache das für mich, weisch.» Alle anderen verneinen die Frage trocken und kurz – und bauen weiter. Klar, andere spielen Fussball oder am Computer, doch das kümmert diese Kinder nicht. Der achtjährige Tom lässt es lieber beim Legospielen krachen. Alles, was er baut, kann irgendwie schiessen – «wies halt so ist», sagt er.

Die Kinder haben zwei Stunden Zeit. Ein Vater sagt zu seinem Sprössling: «Weisst du, was das Gute ist? Alle haben die gleichen Bausteine!» Eine halbe Minute später meint ein Bub zu seinem Papi: «Aber es haben ja alle die gleichen Lego!» Bausatz Nummer 5522 und 6118.

Raketen, Roboter, Limousinen

Yannick baut eine Rakete samt Transporter. Er weiss, dass vor allem Jungs Lego spielen: «Deshalb treffe ich mich fast nie mit Mädchen», sagt er. Ihm gegenüber klagt Michelle, 8, über Schweisshände, weil es so heiss sei. Sie baut eine Limousine, fragt sich aber bereits, woraus sie den Mast bei ihrem Piratenschiff zu Hause bauen soll: «Aus Köpfen?» Nach einer Stunde geht einer der Finalisten heim. Er fühlt sich überfordert.

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Die meisten anderen jedoch sind zu dieser Zeit bereits fertig. Entstanden sind: ein Helikopter, ein Traktor, Rennautos, ein fahrendes Haus, Roboter – und ein Swimmingpool auf Rädern. Die siebenjährige Jenny hat ihn zu Hause «geübt». Im Pool sind Enten, auf dem Sprungbrett steht ein Männchen und am Beckenrand eine Palme. Alles liebevoll entworfen. Jenny gewinnt den Meistertitel und bekommt den gelben Pokal – aus Lego natürlich.